Bayern
12.08.2022 - 17:04 Uhr

Goldschakal reißt erstmals Schafe in Bayern

Erstmals in Bayern hat ein Goldschakal Nutztiere getötet. Eine DNA-Analyse liefert laut Bayerischem Landesamt für Umwelt (LfU) den Beweis.

Ein Goldschakal steht im Gehege des Zoos Rheine. Bild: Felix Böcker/dpa
Ein Goldschakal steht im Gehege des Zoos Rheine.

Im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau riss ein Goldschakal vier Lämmer, bestätigte das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) am Freitag. Der Goldschakal ist eng mit dem Wolf verwandt, aber wesentlich kleiner und scheuer. Für den Menschen ist er laut LfU nicht gefährlich. „Der Goldschakal ist nur wenig größer als ein Fuchs und ähnelt diesem in seinem Beutefangverhalten“, sagte ein LfU-Sprecher.

Der Goldschakal lebt unter anderem in Südostasien und Südosteuropa. Inzwischen wird er auch immer häufiger in Nord- und Westeuropa gesichtet. Der erste Goldschakal in Deutschland tauchte 1997 in Brandenburg auf. In Bayern wurde das erste Tier der Gattung 2012 entdeckt. Seither gab es im Freistaat laut LfU insgesamt neun Nachweise und weitere 14 Hinweise.

Namensgebend für Goldschakale ist das meist goldgelbe Fell. Die Tiere sind Allesfresser. Sie ernähren sich unter anderem von Insekten, Nagetieren, Vögeln, Amphibien und anderen Kleintieren.

Dass die vier Lämmer in Oberbayern in der Nähe des Ortes Huglfing von einem Goldschakal getötet wurden, hat das LfU erst mit einer DNA-Analyse herausgefunden. Für den Besitzer ist das Ergebnis eine schlechte Nachricht. Einen Schadensausgleich hätte er nur erhalten, wenn es sich um einen sogenannten Großen Beutegreifer gehandelt hätte, sprich Wolf, Bär oder Luchs. Eine entsprechende Regelung für den Goldschakal müsste erst geprüft werden, einschließlich der Aufnahme in das Bayerische Jagdrecht, heißt es vom LfU.

Über den Schakal und die toten Schafe berichtete der „Münchner Merkur“ zuvor.

Ausgleichsregelung große Beutegreifer

Pressemitteilung des LfU zu einem Goldschakalunfall 2017

Forschungsartikel "Der Goldschakal in Deutschland"

© dpa-infocom, dpa:220812-99-366580/3

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