03.11.2021 - 17:35 Uhr
BayernDeutschland & Welt

Meinung zu den neuen Corona-Regeln: Dem Virus sind Kompromisse egal

Bayern verschärft ab Samstag seine Corona-Regeln. Um die "totale Spaltung" der Gesellschaft zu verhindern, wollte man die Balance halten – aber dem Virus ist das egal. Ein Kommentar von Jürgen Umlauft.

Auf den Intensivstationen liegen vor allem Ungeimpfte.
von Jürgen UmlauftProfil
Kommentar

Es ist wieder Anfang November, und wieder musste die Staatsregierung die Reißleine ziehen. Der Blick in Bayerns Krankenhäuser ließ keine andere Wahl, als die Corona-Maßnahmen erneut zu verschärfen. Man habe "maßvoll und angemessen" reagiert, bekundet Ministerpräsident Markus Söder. Schaut man auf die Beschlüsse des Vorjahres, hat Söder recht. Keine Kontaktbeschränkungen, kein allgemeiner Lockdown, nur punktuelle Verschärfungen.

Erschwert wird das Leben vor allem für Ungeimpfte. Söder nennt die Maßnahmen deshalb "zielgenau". Denn auch wenn es die Betroffenen nervt, es ist und bleibt einfach so: Für ein Leben mit weniger einschränkenden Maßnahmen ist die Impfquote in Bayern noch immer zu niedrig. Egal ob regional, national oder international - es ist überall das gleiche Bild. Wo weniger Menschen geimpft sind, sind Inzidenz, Krankenhausbelastung und Zahl der Todesfälle höher. Der kausale Zusammenhang ist evident.

Für die Politik ist die aktuelle Lage ein schwerer Spagat. Da sind die Erwartungen der Geimpften auf der einen und die Befindlichkeiten der Ungeimpften auf der anderen Seite. Es gelte die "totale Spaltung" der Gesellschaft zu verhindern, folglich bei den Maßnahmen die Balance zu halten, sagt Söder. Diesem Anspruch folgen die Beschlüsse vom Mittwoch. Das Problem ist nur, dass dem Virus solch gut gemeinte Abwägung wurscht ist. Es zu besiegen, gelingt nur in einem gemeinsamen, solidarischen Kraftakt.

Bayern verschärft seine Corona-Regeln

München
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.