29.05.2019 - 16:16 Uhr
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Respektlose Mutter an der Fleischtheke - Edeka stellt sich vor seine Mitarbeiter

Viele beklagen sich über einen respektlosen Umgangston auf Facebook. Im "realen Leben" sei das alles besser. In Lichtenfels war es genau anders herum. Der Chef eines Edeka-Marktes dreht den Spieß um. Dafür erhält er viel Lob.

An einer Fleischtheke hat sich eine Mutter respektlos gegenüber dem Personal verhalten.
von Alexander Unger Kontakt Profil

Was soll aus dir nur werden? Manche Eltern mögen sich das schon mal über den eigenen Nachwuchs gedacht haben. Dann versuchen sie mit dunklen Szenarien, den Nachwuchs zum Lernen anzuspornen. So geschehen in einem Edeka-Markt in Lichtenfels (Oberfranken). Als das wohl dunkelst verfügbare Karriere-Szenario diente einer Mutter das Personal hinter der Fleischtheke: "Wenn Du weiterhin nichts für die Schule lernst, dann stehst Du auch mal dort hinten!'" Von derartiger Dreistigkeit und Respektlosigkeit geschockt, wendet sich der Chef per Facebook an die Kundin.

"Dieser Post geht an die junge Mutter, welche heute vor unserer Fleischtheke mit dem Finger auf die Verkäuferin gezeigt hat und zu ihrem Kind sagte: "Wenn Du weiterhin nichts für die Schule lernst, dann stehst Du auch mal dort hinten!" Dem können wir nicht zustimmen! Wenn Ihr Kind weiterhin nichts lernt, dann steht es in der Schlange am Arbeitsamt!"

Dann stellt er sich schützend vor das Personal: "In unseren Filialen arbeiten nämlich nur gut ausgebildete Fachkräfte, mit Schulabschluss, und abgeschlossener Berufsausbildung. Viele mit mittlerer Reife, einige sogar mit Abitur." Den Wert der Ausbildung fügt er gleich noch hinzu: "Und solange Menschen wie Sie, mit dem Finger auf Menschen wie uns zeigen, macht es auch keinen Sinn Ihnen zu erklären, das ein Meistertitel soviel Wert ist wie ein Studium, und eine duale Ausbildung weltweit mehr zählt als ein Abitur."

Im Schlusssatz wendet er sich direkt an die Mutter: "Und jetzt für Sie nochmal ganz persönlich: Einen Abschluss in Empathie und Menschlichkeit, Respekt und Wertschätzung erhält Ihr Kind nicht in der Schule - aber das erledigen wir später gerne für Sie. Falls Ihr Kind doch den Abschluss schafft. Und mit etwas Glück vielleicht dann doch hinter unserer Fleischtheke steht und eine Ausbildung macht. Und Menschen wie Sie dann trotzdem mit einem lächeln bedient. Da es gelernt hat, dass jeder Mensch Respekt verdient hat. Auch wenn es manchmal etwas schwerer fällt!"

Der Facebook-Post des Marktes kommt an. Es gibt Lob für den Chef, der sich schützend vor seine Mitarbeiter stellt. So schreibt Sandra Z: "Wow, ich bin hin und weg, Daumen hoch für so einen Chef, der so für seine Mitarbeiter spricht! Ich komme auch aus dem Fleisch und Wurst Handwerk und weiß wie es ist wenn man solche Kunden hat." Kathi M. ergänzt: "Danke der Familie Werner.. dies ist nicht selbstverständlich.. es ist etwas ganz großes was der Chef da gemacht hat ... alle meine Hüte ziehe ich davor." Und Mitarbeiterin Nicole T. betont: "Ich bin stolz darauf eine von diesen Fleischereifachverkäuferinen sein zu dürfen". Lucjan S.gibt einen Rat: "Wer mit einem Finger auf andere zeigt, zeigt gleichzeitig mit 3 auf sich selber"

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