21.08.2020 - 16:43 Uhr
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Saisonkalender für den August: Sommeräpfel und eine scharfe Wurzel

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Im Saisonkalender für den Sommermonat August gibt es Nachtschattengewächse und ein Steinobst. Auch eine alte Apfelsorte ist dabei , die besonders verträglich ist. Tipps zu den Obst- und Gemüsesorten gibt es von einer Ernährungsexpertin.

Der Saisonkalender für den Monat August.
von Susanne Forster Kontakt Profil

Derzeit kann man Heidelbeeren ernten. Diplom-Oecotrophologin Kristina Heinzel-Neumann sagt, die Beeren findet man etwa im Wald. Die Ernährungsexpertin gibt in der monatlich erscheinenden Serie Tipps zu saisonalen Obst- und Gemüsesorten, die bei uns in der Region wachsen – ergänzt mit Informationen aus Fachbüchern.

Heidelbeeren

Es gibt Kultur- und Wildheidelbeeren, auch bekannt als heimische Heidelbeeren. Sie wachsen zum Beispiel im heimischen Garten. Kristina Heinzel-Neumann kennt sogar eine Stelle im Steinwald, an der man wilde Heidelbeeren pflücken kann. "Man muss nicht sehr tief in den Wald hinein gehen." Heidelbeeren enthalten unter anderem Beta-Carotin, das im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird sowie Vitamin C und E. Sogenannte Anthocyane sind verantwortlich für ihre lila Färbung. Sie eignen sich zum Einkochen oder zum Verfeinern von Joghurts, Quark, Müsli oder Obstsalat oder als Zutat beim Backen.

Heidelbeeren gibt es derzeit saisonal und regional.

Brombeeren

Brombeeren haben den höchsten Beta-Carotin-Gehalt aller Beeren. Zudem enthalten sie Vitamin C und Ballaststoffe. Die Beeren kann man sofort verzehren, sie können aber auch eingefroren werden. Verwenden kann man sie auch zum Backen, zum Verfeinern von Quarkspeisen und Müsli oder für Obstsalate. Im Winter können eingefrorene Brombeeren zum Beispiel für einen Smoothie oder püriert als eine Dessert-Soße verwendet werden.

Kornäpfel

Kristina Heinzel-Neumann sagt, Kornäpfel sind eine alte Apfelsorte und eher für Allergiker geeignet, da sie nicht von zwei Sorten abstammen, wie zum Beispiel andere Apfelsorten. Sie empfiehlt, Äpfel nicht neben anderem Obst oder Gemüse zu lagern. Werden Kornäpfel zu früh geerntet, schmecken sie sauer, bitter und sind sehr fest. Zu spät geerntet oder zu lange gelagert werden sie mehlig. Frisch und reif schmecken sie süß-säuerlich und haben ein festes Fruchtfleisch. Heinzel-Neumann empfiehlt Kornäpfel zum Herstellen von Apfelmus oder Apfelstrudel.

Mirabellen

Mirabellen enthalten Kalium, Magnesium und Zink. Sie sollten erst kurz vor dem Verzehr gewaschen werden. Lagern sollte man sie ungewaschen. Mirabellen "besitzen eine natürliche Wachsschicht, die sie vor Verderbnis schützt." Sie lassen sich einfrieren und sind zum Herstellen von Kompott oder Marmelade sowie zum Backen geeignet. Mirabellen gehören zu den Steinobstarten.

Bohnen

Bohnen sind sehr eiweiß- und ballaststoffreich. Sie enthalten Kalium, Kalzium und Magnesium. "Bohnen dürfen wegen des enthaltenen Phasins, eine giftige Eiweißverbindung, nicht roh gegessen werden." Zehn Minuten langes Kochen zerstöre diese Eiweißverbindung. Gicht-Patienten sollten Bohnen eher meiden, da sie viele Purine enthalten. Heinzel-Neumann empfiehlt, Bohnen zu waschen und die Enden und Fäden entfernen. Kurz gekocht könne man die Bohnen einfrieren und für Eintöpfe oder als Beilage verwenden.

Karotten

Karotten sind "der klassische Beta-Carotin-Lieferant". Sie enthalten viele Pektine, ein Ballaststoff, der besonders für Darm-empfindliche Menschen geeignet ist. Ungewaschen und ohne das Möhrengrün lassen sich Karotten lange lagern. Wenn Möhren mit etwas Öl oder Butter zubereitet werden, könne das Beta-Carotin besonders gut vom Körper aufgenommen werden. Möhren eignen sich etwa zur Zubereitung von Salaten oder Gemüsepfannen.

Kartoffeln

Kartoffeln enthalten "viele gute Kohlenhydrate in Form von Stärke" und "viel Eiweiß". Kartoffeln sollen bei einer Temperatur von 4 bis 6 Grad dunkel gelagert werden. Grüne Stellen in der Kartoffel sollten entfernt werden, da diese das giftige Solanin enthalten. Die Knolle vor dem Verzehr "immer garen". Sie ist vielseitig einsetzbar, zum Beispiel als Beilage, in Salaten, Aufläufen, Eintöpfen, beim Grillen oder Backen. Kartoffeln gehören zu den Nachtschattengewächsen.

Rettich

Den scharfen Geschmack verdankt das Wurzelgemüse den in ihm enthaltenen Senfölen. Ein Anbau von Rettich ist das ganze Jahr über möglich. Im Frühjahr gibt es sogenannten Frühsommerrettich, in den Sommermonaten den Sommerrettich. Er wird im April und Mai ausgesät und kann nach etwa 70 Tagen geerntet werden. Sommerrettich ist in einer Schale mit Deckel im Kühlschrank etwa eine Woche lang haltbar. Im August ist es höchste Zeit, den Herbst- und Winterrettich auszusäen, er ist nach etwa 120 Tagen reif.

Rucola

Rucola enthält zum Beispiel Beta-Carotin, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Folsäure. Zudem enthalte Rucola Nitrat. Große Mengen davon können vor allem für Kinder gesundheitsschädlich sein. Für Säuglinge und Kleinkinder ist Rucola eher ungeeignet. Die nitratreichen Blattstiele sollten bei der Verarbeitung abgeschnitten werden. Rucola passt zu Salaten, Tomate-Mozzarella, Pizza, Risotto oder Pesto.

Mangold

Mangold ist ein guter Ersatz für Spinat. Gesät wird er im Frühjahr, geerntet in den Sommermonaten. Die Blätter werden zusammen mit den Stielen abgepflückt. Auch alle groben Blätter, die man nicht verwenden möchte, werden geerntet und kommen auf den Kompost. So gelingt es, die Pflanze fortlaufend zu verjüngen.

Kohlrabi

Die Knolle kann ab einem Durchmesser von etwa fünf Zentimetern geerntet werden. Kohlrabi kann gekocht oder roh verzehrt werden. Auch die Blätter sind essbar. Es gibt weiße und blaue Sorten. Der Unterschied ist die Schale, denn das Fleisch des Kohlrabi ist bei beiden Sorten weiß. Blaue Kohlrabi bleiben länger zart, als die weißen. Wer den ganzen Sommer über Kohlrabi ernten möchte, sollte ihn im Abstand von etwa zwei Wochen anpflanzen. Da Kohlrabi rasch welken, sollten sie nach der Ernte schnell verzehrt werden.

Zucchini

Zucchini gibt es in den Farben Grün oder Gelb. Sie haben eine längliche Form oder eine Kugelform und gehören zu der Art der Kürbisse. Sie haben ähnliche Ansprüche wie Gurken, brauchen aber etwas weniger Wärme und Luftfeuchtigkeit. Zucchini wachsen besonders gut auf Komposthaufen. Sie können ab Juli geerntet werden, wenn sie etwa 10 bis 15 Zentimeter lang sind.

Gurken

Es gibt Freilandgurken und Treibhausgurken. Freilandgurken, auch Feldgurken genannt, sind widerstandsfähiger als Treibhausgurken und können an einem sonnigen, geschützten Platz angebaut werden. Gurken aus dem Freiland werden von Juli bis September geerntet. Einen hohen Ertrag an Freilandgurken kann man im August und September erzielen. Die Pflanzen sterben ab, wenn die Herbstfröste einsetzen.

Tomaten

Tomaten wachsen an sonnigen, geschützten Plätzen im Freiland. Man pflückt Tomaten, indem man die Frucht in die hohle Hand nimmt. Dann mit dem Daumen den Stiel darüber abbrechen. Bevor der erste Frost einsetzt, sollten alle unreifen Fruchtstände abgeschnitten und zum Nachreifen zum Beispiel ans Fensterbrett gelegt werden. Sonne wird dafür nicht benötigt. Alternativ kann man die Pflanzen samt Wurzeln ausgraben, die Blätter entfernen und sie kopfüber im Gewächshaus aufhängen. Tomaten zählen zu den Nachtschattengewächsen.

Radieschen

Radieschen kann man das ganze Jahr über anbauen. Für den Sommeranbau gibt es spezielle Sorten, die nicht pelzig werden. Im Sommer sollte ein schattiger Platz für die Aussaat gewählt werden. Die Radieschen werden etwa vier bis sechs Wochen nach der Aussaat geerntet.

Der Saisonkalender für den Monat Juli – Es gibt ein Rezept für Grilltomate mit Feta

Oberpfalz
Rezept:

Marmelade aus Brombeeren

Die Zutaten:

  • 450 Gramm Brombeermark
  • 50 Gramm Crème de Cassis (Likör von schwarzen Johannisbeeren)
  • 300 Gramm Gelierzucker 2:1

Brombeermark, Crème de Cassis und Gelierzucker in einen Topf geben. Bei starker bis mittlerer Hitze offen für etwa vier Minuten leicht sprudelnd kochen lassen. Häufig umrühren. Die Gelierprobe machen: Einen Teelöffel Marmelade abnehmen und auf einen kleinen Teller geben. Wird die Marmelade nach etwa einer Minute fest, ist sie ausreichend gekocht. Ist sie noch flüssig, die Kochzeit um ein bis zwei Minuten verlängern und die Gelierprobe wiederholen. Den Schaum von der Oberfläche mit einem Löffel abheben. Die fertige Marmelade in Schraubgläser füllen und gleich verschließen. Die Gläser für fünf Minuten auf dem Deckel stehen lassen.

Brombeeren eigenen sich zum Beispiel zum Herstellen von Marmelade. Wer im Winter noch etwas von den Beeren genießen möchte, kann sie auch einfrieren.
Die Tomate aus eigenem Anbau ist bald reif.
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