25.03.2020 - 14:34 Uhr
BayernDeutschland & Welt

Stunde der ernsthaften Politiker: Corona stellt die Demokratie auf den Prüfstand

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Der Corona-Virus legt weite Teile der Wirtschaft lahm, Hundertausende Kleinunternehmer stehen vor dem Aus. Die Politik hält mit atemberaubenden Summen dagegen. Jürgen Herda kommentiert den Balanceakt zwischen Leben und Unternehmen retten.

Auch Eigeninitiative ist gefragt: Ein Schaufensterscheibe an einem Blumenladen, der seine Kunden auch nach der Schließung im Zuge der Corona-Krise per Lieferservice und telefonischer Bestellung bedient.
von Jürgen Herda Kontakt Profil
Kommentar

Was bringen die bayerischen Coronahilfen und wem helfen sie wirklich?

Waldsassen

Die Stunde der ernsthaften Politiker hat geschlagen. Wer hätte vor ein paar Jahren damit gerechnet, dass Markus Söder einmal an der Spitze dieser Gattung stehen würde? Außer Armin Laschet, der um den Kanzlerkandidatenbonus fürchtet, stellt in der Corona-Krise - Parteibrille mal beiseite gelegt - kaum jemand infrage, dass sich der frühere Politraudi zum besonnenen Staatsmann gemausert hat.

Die Maßnahmen: Konsequent, aber nicht aktionistisch. Ausgangsbeschränkungen, ja, jedoch ohne die Menschen in ihren Wohnungen zu arrestieren. Was Sinn macht, wie Familienspaziergänge und Sport an der frischen Luft, ist weiter erlaubt.

Hunderttausende vor dem Aus

Die Soforthilfen: Innerhalb weniger Wochen stockt die bayerische Staatsregierung die Hilfspakete von 10 auf atemberaubende 40 Milliarden Euro auf. Das verdeutlicht den Ernst der Lage: Das Haushaltsvolumen 2020 von 60 Milliarden könnte bald verdoppelt werden.

Auch Finanzminister Albert Füracker weiß: Den Stillstand der Wirtschaft halten wir nicht lange durch. Deshalb versucht die Politik alles, um den ökonomischen Supergau abzufedern. Millionen Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, Hunderttausende Kleinunternehmer vor dem Aus. Und das Gesundheitssystem ist nur so stark wie die Volkswirtschaft, die es trägt.

Russland und China ante Portas

Von der Bewältigung dieser Krise, die ein winziges Virus ausgelöst hat, hängt nicht weniger als die Zukunft unserer sozialen Marktwirtschaft und demokratischen Staatsform ab. Russland und China, die sich bereits zuvor alle Mühe gaben, die liberalen Demokratien zu destabilisieren, stehen bereit, um ihren Einfluss auf das kränkelnde Europa auszubauen.

Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass die Globalisierung weit mehr Risiken beinhaltet als bisher eingestanden: Dass wir die Produktion von Medikamenten und Masken nach Asien verlegt haben, war hochgradig fahrlässig. Es ist die Zeit der ernstzunehmen Politiker in den Volksparteien, die jetzt zeigen können, dass sie Schaden vom Volk abwenden - und anders als die Populisten damit auch wirklich das ganze Volk meinen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.