Die Annahme: Trotz aller Kritik von Umweltschützern bleibt das Auto vielen Deutschen ihr liebstes Kind - besonders im ländlichen Raum, wo ein Großteil der Pendler auf die Unabhängigkeit auf vier Rädern angewiesen ist. Und die Beliebtheit der unvernünftigen SUVs scheint zu belegen: Autokauf hat wenig mit Vernunft, aber viel mit Emotionen zu tun.
Die CSU hofft deshalb vielleicht zu Recht, dass der geneigte Stammwähler genervt von allem, was nach Verbot klingt, Beifall klatscht - bevor die AfD auf so eine Idee kommt und die Wutbürger in Autokorsos auf die Straße bringt. Was taktisch plausibel ist, muss aber noch nicht politisch klug sein. Denn auch wer gerne flott fährt, kann sich der Realität nicht verschließen.
Verdoppelte Verkehrsdichte, halber Tacho
Ein Drittel der Autobahnen ist bereits durch Tempolimits reguliert, tausende Kilometer durch Baustellen heruntergeregelt. Die verdoppelte Verkehrsdichte bremst das Durchschnittstempo auf freien Autobahnen weit unterhalb die Höchstgeschwindigkeit. Und die wenigsten CSU-Sympathisanten stehlen sich nächtens ziellos auf die Autobahn davon, nur weil sie da mal das Gaspedal durchdrücken können.
Es hilft ja nichts: Ab 80 Stundenkilometern steigt der Verbrauch eines Fahrzeugs exponentiell. Mit der Zunahme an Elektroautos werden viele gar nicht schneller als 130 km/h fahren können, andere werden es mit Blick auf den Ladestand freiwillig tun. Diese Kampagne ist deshalb so anachronistisch wie der Kampf gegen Windmühlen.













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