Bayern
Update 07.10.2021 - 16:25 Uhr

Testverweigerer an Schulen gelten nun als Schulschwänzer

Wer sich in der Schule nicht testen lassen will und dadurch Unterricht verpasst, gilt nun als Schulschwänzer. Es droht ein Bußgeld. Die bayerische Staatsregierung hat die Corona-Verordnung entsprechend angepasst.

Ein Teststreifen liegt am ersten Schultag nach den Sommerferien in Bayern, nach einem Corona-Test, auf einem Mäppchen. Symbolbild: Peter Kneffel
Ein Teststreifen liegt am ersten Schultag nach den Sommerferien in Bayern, nach einem Corona-Test, auf einem Mäppchen.

Eine Schule darf nur betreten, wer getestet, geimpft oder genesen ist. Doch nicht alle Kinder lassen sich testen, manche Eltern lehnen das ab. Die Folge ist, dass die Kinder nicht am Unterricht teilnehmen dürfen. Die bayerische Staatsregierung hat nun darauf reagiert und die Corona-Verordnung entsprechend angepasst. Denn nun gelten Schüler, die sich nicht testen lassen wollen und deswegen nicht am Unterricht teilnehmen können, als Schulschwänzer.

Schulen bekommen neue Vorgaben zu Beurlaubungen

Bisher wurden Testverweigerer als Langzeit-Erkrankte behandelt und bekamen Unterrichtmaterial zugeschickt. Damit ist nun aber Schluss. "Schülerinnen und Schüler, die nicht geimpft bzw. genesen sind, sich nicht den erforderlichen Tests unterziehen und deshalb nicht am Unterricht teilnehmen können, verletzen daher grundsätzlich ihre Schulpflicht", heißt es dazu in der aktuellen Verordnung. Jetzt droht den Schulschwänzern beziehungsweise ihren Eltern laut dem Erziehungs- und Unterrichtsgesetz ein Bußgeld.

Das Kultusministerium will die Zahl der Schüler, die nicht aus gesundheitlichen Gründen im Distanzunterricht sind, weiter reduzieren. Wie ein Sprecher auf Anfrage mitteilte sollen die Schulen "zeitnah neue Hinweise zu Beurlaubungsregelungen bzw. zum Umgang mit der Schulbesuchspflicht von Schülerinnen und Schülern geben, deren Eltern der schulischen Testobliegenheit nicht nachkommen".

Rund 0,29 Prozent der Schüler in Distanzunterricht

Noch vor zwei Wochen hatte das Kultusministerium davon gesprochen, dass ihm keine Zahlen zu den Testverweigerern vorliegen. Im Bildungsausschuss war am Donnerstag vor einer Woche nach Informationen von Oberpfalz-Medien davon die Rede, dass es bayernweit um etwa 1000 Schüler geht. Insgesamt gibt es in Bayern 1,65 Millionen Schülerinnen und Schüler. Am Donnerstagnachmittag teilte eine Sprecher des des Kultusministeriums auf Anfrage mit, dass eine aktuelle Erhebung an den Schulen ergeben habe, dass derzeit "rund 0,29 Prozent der Schülerinnen und Schüler wegen Befreiung, Beurlaubung oder fehlender Testbereitschaft nicht am Präsenzunterricht teilnehmen". Diese würden "stattdessen die von der Schule bereitgestellten Angebote des Distanzlernens wahrnehmen".

Die Testpflicht an den Schulen gilt für alle. "Die Lehrkräfte testen sich in der gleichen Häufigkeit wie ihre Schülerinnen und Schüler", teilte das Ministerium weiter mit. "Von der Testung ausgenommen sind Lehrkräfte, die genesen oder geimpft sind." Das gilt auch für Schülerinnen und Schüler, geimpft oder genesen sind. (mit paa)

Oberpfalz25.05.2022
 
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