Die Corona-bedingten Mindereinnahmen des Freistaats werden sich im Vergleich zum Vorkrisenniveau bis 2023 auf 7,3 Milliarden Euro summieren. Das teilte der bayerische Finanzminister Albert Füracker (CSU) nach der jüngsten Steuerschätzung mit. Das Defizit fällt allerdings rund drei Milliarden Euro geringer aus, als noch im November 2020 prognostiziert. Nach den Angaben Fürackers werden ihm im Vergleich zur letzten Vorkrisenschätzung heuer knapp drei Milliarden Euro fehlen, im kommenden Jahr 2,4 Milliarden und 2023 noch einmal zwei Milliarden Euro. Trotz leichter Erholungstendenzen nannte Füracker die Prognosen "bedrückend". "Der Weg zum Vorkrisenniveau ist noch lang, es liegt eine weitere Durststrecke vor uns", sagte er.
Füracker lehnte es trotz der Mindereinnahmen weiter ab, gegen die Krise anzusparen. Zwar müssten alle Ausgaben auf den Prüfstand, doch "blindes Kürzen" könne die sich allmählich erholende Konjunktur wieder abwürgen, zumal der Aufschwung zu einem guten Teil auf den hohen staatlichen Investitionen beruhe. Allein in diesem Jahr investiert der Freistaat 9,9 Milliarden Euro. Ziel sei es, die Krise so gut wie möglich von Menschen und Unternehmen fernzuhalten, erklärte Füracker. Deshalb werde man auch 2022 nicht umhinkommen, neue Schulden aufzunehmen. Die Kreditaufnahme werde aber vermutlich wieder "moderat" ausfallen. Von der vom Landtag für 2020 und 2021 genehmigten Neuverschuldung von bis zu 20 Milliarden Euro seien aktuell erst 7,2 Milliarden benötigt worden. "Wir haben weiter einen soliden Haushalt, wir bleiben bei unserem seriösen Kurs", betonte Füracker.















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