Die Kriminalität hat 2018 in Bayern leicht zugenommen, blieb aber auf dem zweitniedrigsten Wert der vergangenen 30 Jahre. Das geht aus der Kriminalitätsstatistik hervor, die Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag vorlegte.
Demnach stieg auch die Zahl der Delikte in der Oberpfalz wieder leicht an. Je 100 000 Einwohner wurden 4055 Straftaten registriert (+0,4 Prozent), die Oberpfalz lag damit im bayerischen Mittelfeld. Ein besseres Ergebnis verhinderte die hohe Kriminalität in Regensburg mit einer Häufigkeitszahl von 8428 (-2,2 Prozent).
Bayernweit stieg die Zahl der Straftaten - bereinigt um nicht relevante Verstöße gegen das Ausländerrecht - um 1,3 Prozent auf gut 594 000. Im Vergleich der vergangenen 30 Jahre bedeute dies eine "sehr sehr positive Situation", sagte Herrmann. "Früher war alles besser - das ist definitiv falsch." Die Aufklärungsquote verbesserte sich leicht auf 64,5 Prozent (2017: 64,4 Prozent).
Nahezu unverändert blieb die Zahl der Gewaltdelikte. Das Plus bei den Straftaten stammt vorwiegend aus Betrugsdelikten: Ihre Zahl stieg um 18,4 Prozent. Bei der Rauschgiftkriminalität gab es einen Zuwachs um acht Prozent auf gut 55 000 Delikte, wobei die Zahl der Drogentoten erstmals wieder deutlich zurückging, und zwar um 73 auf 235 Menschen. Um 11,5 Prozent auf 2115 Fälle rückläufig war die Zahl der Crystal-Delikte. Dennoch gab Herrmann hier keine Entwarnung. Wegen der Gefährlichkeit der Droge bleibe es bei den umfangreichen Präventionskampagnen und einer konsequenten Strafverfolgung, betonte er.
Um 960 Fälle (+12,5 Prozent) zugenommen hat die Zahl der angezeigten Sexualstraftaten, darunter rund 1000 Vergewaltigungen. Hinter dem Anstieg vermutete Herrmann vor allem ein verändertes Anzeigeverhalten nach der Verschärfung des Sexualstrafrechts Ende 2016. Vor allem im Bereich sexueller Nötigung und Belästigung gebe es mehr Anzeigen. Man werde die Daten aber noch genauer analysieren, kündigte Herrmann an. Rückläufig waren die Zahlen bei Wohnungseinbrüchen (-13,3 Prozent): 5239 Einbrüche, davon knapp die Hälfte unvollendete Einbruchsversuche, stellten den niedrigsten Wert seit 2011 dar.
Explizit ging Herrmann auf die Zahl nichtdeutscher Tatverdächtiger ein, deren Anteil an allen Verdächtigen leicht auf 35,5 Prozent gestiegen ist. Hier handele es sich vielfach um Personen, die für ihre Taten eigens aus dem Ausland eingereist seien, erläuterte Herrmann. Auf 10,6 Prozent zugenommen habe aber auch der Anteil tatverdächtiger Zuwanderer. Diese begingen rund 43 000 Straftaten, knapp 10 000 davon ereigneten sich in Asylbewerberunterkünften. Bei den Gewaltdelikten waren gut die Hälfte der Opfer ebenfalls Zuwanderer. Knapp ein Drittel der rund 27 800 tatverdächtigen Zuwanderer waren als Mehrfachtäter auffällig. Bei diesen bemühe sich laut Herrmann das neu geschaffene Landesamt für Asyl um eine möglichst rasche Abschiebung in ihre Herkunftsländer.













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