Die Alternative für Deutschland leitet nun also den Bildungsausschuss im Bayerischen Landtag. Ausgerechnet jene Partei, die die größte Tragödie der Menschheit - das Dritte Reich und den Holocaust - als "Vogelschiss der Geschichte" abtut, andererseits sich der NS-Diktion bedient und allgemein gerne unbequeme, gesicherte Fakten verdreht, verwässert, verschweigt.
Doch wie so oft bei der AfD wirkt die Übernahme dieses Themenfelds - nachdem ihr Verfassungs- und Rechtsausschuss verwehrt wurden - nicht strategisch, sondern fast beliebig. Ein Bildungsprogramm ist sie jedenfalls bislang schuldig geblieben. Fragwürdige Aktionen wie die "Verpetz-Portale" gegen AfD-kritische Lehrer gingen übel nach hinten los. Das würde auch ein Ende der Aktion "Schule ohne Rassismus". Die ist zwar ein Gütesiegel, aber nicht mehr. Wie eine Schulgemeinschaft im Alltag auf Fremdenfeindlichkeit reagiert, kann kein Ausschuss beeinflussen.
Vorsicht ist angebracht, ja. Besorgnis eher nicht. Lehrerverbände und Ausschussmitglieder sind sensibilisiert, AfD-Initiativen genau zu prüfen und sie gegebenenfalls früh zu bekämpfen. Der Vorsitz der AfD entbehrt aber nicht einer gewissen Ironie. Haben doch die bisherigen Lehrpläne, die seit langem eher Wert auf (Selbst)präsentationen der Schüler statt auf Vermittlung einer soliden politischen Bildung legen, die jetzige Situation zumindest teilweise mit ermöglicht. Für die Schüler der Generation Google ist die "Gnade der späten Geburt" ein Fluch. Wie gefährlich das Spiel mit dem Extremismus ist, ist eine Lektion, die vielen von ihnen nicht deutlich vermittelt wurde.













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