02.08.2019 - 12:16 Uhr
BodenwöhrDeutschland & Welt

CSU-Sommerfest: Frische Kräfte für Oberpfälzer Rathäuser

Bayerns Heimat- und Finanzminister Albert Füracker ist das meistgebuchte Model beim CSU-Sommerfest in Bodenwöhr. Jeder will mit dem Oberpfälzer Bezirkschef aufs Bild "Heute geht's vor allem darum, die Seele der Ehrenamtlichen zu streicheln", wollte Füracker keine großen Reden schwingen - außer den Kandidaten für die anstehenden Kommunalwahlen Mut zu machen.

Lothar Höher (Zweiter von links), der Weidener OB-Kandidat Benjamin Zeitler und Marcus Jacob, Braumeister und Inhaber der gleichnamigen Brauerei, flankieren Sommerfest-Lader Albert Füracker (Dritter von rechts).
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Das Sommerfest der Oberpfälzer CSU im Garten der Bodenwöhrer Brauereigaststätte ist keine Wahlkampfveranstaltung - allenfalls ein interner Stimmungstest vor den Kommunalwahlen im nächsten Frühjahr. Und da sieht sich die Regierungspartei mit "frischen Kräften" gerüstet, die letzten SPD-Bastionen zu schleifen: Astrid Freudenstein (45, Regensburg) und Benjamin Zeitler (37, Weiden) "brennen für diese Aufgabe", freut sich CSU-Bezirkschef Albert Füracker über den Einsatz der Herausforderer.

"Es macht mir wieder richtig Spaß", erzählt Weidens Bürgermeister Lothar Höher über den Coup mit dem promovierten Politikwissenschaftler. "In der Politik muss es schnell gehen, jetzt gibt es in Weiden wieder einen richtigen Gegner für die SPD." Eine spannende, aber auch eine faire Wahl, prognostiziert der OTV-Chef für das Duell "Jens gegen Benny". Zeitler zeigt sich am Stehtisch von seiner aufklärerischen Seite: "Weiden muss bunt bleiben", fordert der Geschäftsführer des "Learning-Campus", der beruflich viel mit Flüchtlingen zu tun hat. "Es gibt viele positive Beispiele von Integration", sagt der Chef der Oberpfälzer Mittelstandsunion, "wir brauchen sie Menschen dringend in der Wirtschaft."

Während Brauereichef Marcus Jacob, Inhaber der über 250 Jahre alten Bodenwöhrer Institution, lässig das "vielleicht beste Weißbier der Welt" serviert, schwingt sich Höher zu höheren Sphären auf: "Ich wäre froh, wenn Friedrich Merz kandidieren würde", träumt er von einem Wechsel an der Unionsspitze. "Für mich ist er eine verlässliche Persönlichkeit." AKK habe viele Fehler gemacht und für die Hardthöhe hätte er sich mal wieder einen "gedienten Experten gewünscht, der was von der Materie versteht".

Söder: „Halb zog es ihn, halb sank er hin“

Bei so viel Aufbruch darf auch der Name Söder nicht fehlen: Schafft es der sich immer wieder neu erfindende Ministerpräsident als erster CSU-Politiker sogar mal ins Kanzleramt? „Der Markus will das gar nicht“, dämpft ein potenzieller Nachfolger im Maximilianeum die blau-weißen Hoffnungen. „Da müsste er schon hinauf geschoben werden“, meint Albert Füracker. Nach dem Motto „Halb zog es ihn, halb sank er hin“.

Ein Stichwort für Albert Deß, der noch sein Motorrad in Brüssel stehen hat: „Das muss ich noch abholen und meine Aufzeichnungen und Dokumente aus 15 Jahren als Europa-Abgeordneter aufarbeiten.“ Nur bei der Beurteilung der aktuellen europäischen Lage vor dem Brexit gibt es Differenzen: „Wenn die Briten endlich raus sind, die immer alles blockiert haben, kann man wieder konstruktive Politik machen“, erwartet Lothar Höher. Das sieht der scheidende Europa-Abgeordnete anders: „Wir verlieren damit den entscheidenden Bündnispartner der Nordachse“, befürchtet Deß, „jetzt lassen sich die Interessen der südlichen Staaten stärker durchsetzen.“

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