10.06.2020 - 16:03 Uhr
BurglengenfeldDeutschland & Welt

Höhle bei Bauarbeiten in Burglengenfeld entdeckt

Niemand ahnte, dass sich unter der Erde eine riesige Höhle befindet. Eine Entdeckung für Höhlenforscher - doch der tiefe Schacht ist nicht ganz unbedenklich.

Diese Höhle hat ein Baggerfahrer in Burglengenfeld (Landkreis Schwandorf) entdeckt. Der nach ihm benannte Zwicknagelschacht ist mindestens 76 Meter lang und 14 Meter tief.
von Agentur DPAProfil

Bei Bauarbeiten hat ein Baggerfahrer eine Höhle in Burglengenfeld (Landkreis Schwandorf) entdeckt. Der nach ihm benannte Zwicknagelschacht sei mindestens 76 Meter lang und 14 Meter tief. „Die Höhle ist vermutlich sogar noch viel größer“, sagte ein Sprecher der Stadtwerke am Mittwoch. Experten rechnen damit, dass weitere Räume möglicherweise noch verschüttet sind.

Schon seit Anfang des Jahres werde die Höhle aus der Eiszeit freigelegt, vermessen und untersucht. „Die Höhle ist geologisch sehr, sehr interessant“, erklärte Sabrina Huber, Vorsitzende des Landesverbands für Höhlen- und Karstforschung Bayern, den Stadtwerken. Ungewöhnlich sei die Größe der versteinerten Seelilien aus dem früheren Jurameer. Bei ihren Untersuchungen habe sie auch Tropfsteine entdeckt, hieß es in der Mitteilung.

Klaus Dieter Raum (l-r), Sachverständiger für Grundwasser, Sabrina Huber, Vorsitzende des Landesverbands für Höhlen- und Karstforschung Bayern, Friedrich Gluth, Stadtwerke Burglengenfeld, die Sachverständige Evl Anders und Josef Hollweck (Stadtwerke Burglengenfeld) in der Nähe des Eingangs der neu entdeckten Höhle.

„Natürlich fanden auch wir allein die Tatsache spannend, dass eine derart weit verzweigte Höhle entdeckt worden ist, von der bislang niemand etwas wusste“, sagte Stadtwerke-Vorstand Friedrich Gluth. „Aber für uns als Wasserversorger steht die Frage im Vordergrund: Ist der Schutz unseres Trinkwassers sichergestellt?“ Die Höhle liege teilweise im Schutzgebiet der Trinkwasserversorgung.

Die Stadtwerke wollen nun im Rahmen eines sogenannten Tracerversuchs herausfinden, ob verunreinigtes Wasser durch das rissige Gestein in das Grundwasser gelangen könnte. Mit gefärbten Wasser lasse sich verfolgen, wohin es in der Höhle rinnt und wie schnell das geht. Es könne mehrere Monate dauern, bis sich das Wasser durch verschüttete Gänge seinen Weg bahne. „Man kann über der Erde nicht sehen, was unten los ist“, sagte Hydrogeologe Klaus Raum den Stadtwerken.

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Amberg
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