Spielerische Perfektion: in der Kulturscheune Elbart

Musik wie aus Tagen des frühen Jazz: Die "Dixielanders" heizen in der Kulturscheune Elbart ein.

Auf flottem Streifzug durch die Anfänge des Jazz: Die Dixielanders in der Kulturscheune Elbart.
von Anke SchäferProfil
Auf flottem Streifzug durch die Anfänge des Jazz: Die Dixielanders in der Kulturscheune Elbart.

In Sachen Gastfreundschaft und Musik konnte der "Dixielanders"-Abend in der Kulturscheune Elbart am Samstag ohne weiteres an House-Rent-Partys aus den frühen Tagen des Jazz anknüpfen.

Für die aus Jena und Weimar angereiste Bandmitglieder der "Dixielanders" war es eine Premiere in Elbart, nicht aber in der Oberpfalz. Unter anderem in Weiden und in Regensburg hätten sie schon gespielt, erinnert sich Jörg Perner, der neben Klarinette und Saxofon an diesem Samstagabend auch die Moderation übernimmt. Im Laufe des Abend erzählt er von den House-Rent-Partys, die auch den Whisky-Freund Fats Waller seinerzeit in Harlem berühmt gemacht hatten. Dessen Hits "Ain't Misbehavin'" oder "Honeysuckle Rose" fehlen daher auf der Playlist der Combo ebenso wenig wie Reminiszenzen an Louis Armstrong oder den frühen Duke Ellington.

Bei aller Verneigung vor ihnen drücken die "Dixielanders" den Klassikern des Jazz aber auch ihren ureigenen Stempel auf: Improvisation heißt das Zauberwort der Musikrichtung, vom Blatt spielen ist hier sowieso ein No-Go. Und gerade weil dabei alles so spielerisch und leicht wirkt - hinter diesen Soli steckt mehr Handwerk, Perfektion und Fantasie, als man das beim Hören für möglich halten mag. Schlagzeuger und Bandleader Martin Lattner, Gitarrist Ulf Wilke, Tubist Martin Marczinke, Posaunist Sebastian Dorschner, Trompeter Daniel Hoffmann und Jörg Perner jedenfalls beherrschen ihr Metier und haben obendrein selbst Spaß auf der Bühne. Gesungen wird übrigens sortiert nach Vogelarten: Während Daniel Hoffmann noch schmeichelhaft unter "Nachtigall" firmiert, bleibt für Martin Lattner nur der "Rabe", Sebastian Dorschner muss gar mit dem "Graureiher" vorlieb nehmen. Immerhin darf Dorschner dafür "The Sheik Of Arabia" in einer deutschen Fassung verballhornen.

Der "programmatische Höhepunkt" des Abends bringt schließlich Olaf-Schubert-Anmutung ins Spiel. Nach Façon des Dresdner Comedians empfiehlt Jörg Perner die CD des Sextetts und lobt sogar ein Exemplar als Preis für die schnellste Übersetzung von "Baby, won't you please come home" aus. Das Pendant "Junge, komm bald wieder" blieb schließlich glücklicherweise ungespielt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.