05.05.2020 - 15:33 Uhr
LandshutDeutschland & Welt

Festzeltbesitzer bieten Dult-Drive-in an

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

In Landshut muss wegen der Corona-Pandemie die Dult heuer ausfallen. Die Dult-Gastronomen haben sich deswegen etwas besonderes ausgedacht: Einen Drive-In.

An die 600 Autos fahren am „Zollhaus“ pro Tag durch den Drive-in und versorgen sich mit Dult-Spezialitäten
von Redaktion ONETZProfil

Von Lisa Marie Wimmer

Auf zwei Bildschirmen laufen Dult-Aufnahmen, eine hübsche Blondine im Dirndl und mit Mundschutz nimmt durch das Autofenster die Bestellung auf und beim Fahren durch das weiß-blaue Zelt riecht es nach Hendl und gebrannten Mandeln.

„Für die Leute ist das ein Ausflug. Sie kaufen hier nicht nur Essen und Trinken, sondern zehn Minuten Dult“, sagt Patrick Schmidt, „Zollhaus“-Pächter und Festwirt auf der Landshuter Dult. Nachdem die Frühjahrsdult heuer abgesagt wurde, hat er sich mit der Fischbraterei Wild und dem Süßwarenverkauf der Heppenheimers zusammengetan und am letzten April-Wochenende– zum eigentlichen Dult-Start – erstmals einen Dult-Drive-in organisiert. Dieser kam so gut an, dass Schmidt am vergangenen Wochenende jetzt aufgestockt und ein Zelt über den Drive-in gestellt hat. „Wir wollen ein komplettes Dult-Feeling bieten“, so der Gastronom. Hin und wieder sitzen sogar die Kunden in Dirndl und Lederhosen in den Autos, erzählt der Koch.

Hendl, Schweindebraten und Dampfnudeln

Seit dem vergangenen Wochenende bietet auch das Festzelt von Franz Widmann einen Drive-in im Landshut Park an. Dort können die Gäste nicht nur mit dem Auto, sondern auch zu Fuß durchgehen und sich Hendl, Schweinebraten, Dampfnudeln und Co. nach Hause mitnehmen. Bier, Radler und Limo gibt es auch – allerdings in Mehrwegflaschen.

Franz Widmann sieht bei dem Drive-in vor allem einen Vorteil: „Die Mitarbeiter haben Arbeit.“ Denn wirtschaftlich könne man den Drive-in bei weitem nicht mit einer „normalen“ Dult vergleichen. „Man ist um jede Mark Umsatz froh“, so Widmann. Ähnlich sieht das auch Patrick Schmidt: „Aufholen kann man da nichts, sondern nur Schadensbegrenzung betreiben.“

Positive Überraschung bei der Fischbraterei

Auch froh über diese Möglichkeit ist Maggie Schneller, die beim Drive-in im LA-Park Süßwaren verkauft: „Die Umsätze sind zwar nicht vergleichbar, aber wir sind trotzdem sehr zufrieden, dass es so gut angenommen wird und wir so zumindest unsere Unkosten decken können.“

Ebenfalls positiv überrascht ist Georg Wild von der Fischbraterei Wild, der inzwischen sogar Probleme hat, so schnell eine so große Menge an Fisch zu bekommen, da der Züchter aufgrund von Corona die Produktion heruntergefahren hat. „Ich hätte nie gedacht“, so Wild, „dass das alles so gut klappt.“

Auch Kinobetreiber müssen sich wegen Corona etwas einfallen lassen

Weiden in der Oberpfalz

Feiern Autokinos ihr Comeback?

Bayern
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.