Viele Leute verbinden mit animierten Serien die eigene Kindheit. Biene Maja, Wickie und die Gummibärenbande haben viele Kinder der 90er- und 2000er-Jahre gesehen. Deswegen hat es sich wohl so festgesetzt, dass alles Animierte auch für diese Zielgruppe ist. Kein Wunder, es wirkt doch auch süß und unschuldig. Auch die aus Japan kommenden Animationsserien machen diesen Eindruck. Wer aber schon mehr davon gesehen hat, weiß, dass dieser Schein trügt.
Zum Beispiel wirkt anfangs der Pirat Luffy, der sich auf ein Abenteuer aufmacht, um zusammen mit seinen Freunden den größten Schatz der Welt zu bergen (das geheimnisvolle „One Piece“) und der König der Piraten zu werden, wie ein fröhlicher und naiver Junge. Doch schnell wird in der Serie klar, dass auch ernste Themen angesprochen werden, zum Beispiel das Streben nach Freiheit, Ungerechtigkeit, Tod und Verlust.
Auch viele andere Animes sind nichts für Kinder. So gibt es da etwa „Attack on Titan“. In der Serie versucht der Protagonist Eren Jäger, aus den 50 Meter hohen Mauern seiner Welt auszubrechen und im Kampf mit den ebenso großen Titanen sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Oder „Demon Slayer“, in dem die Familie von Protagonist Tajiro von einem Dämon getötet wird. Alles was ihm bleibt, ist seine kleine Schwester – die durch den Angriff selbst zum Dämon wurde. Oder es gibt den selbstbewussten Teenager Light Yagami, der im Anime „Death Note“ ein Notizbuch findet, mit dem er jeden Menschen töten kann, dessen Namen er hinein schreibt. Durchaus harter Tobak – trotz vieler schöner Animationen.
Sie sehen also: Nicht alles Animierte und Gezeichnete ist Kinderkram. Wer sich von den Klischees abschrecken lässt, verpasst einige der besten Geschichten und Serien.
OTon
Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.

















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