14.01.2020 - 16:59 Uhr
GrafenwöhrDeutschland & Welt

US-Übung verspricht Staus auf Straßen

Diese Übung fällt etwas größer aus: Die US-Armee startet in einigen Wochen "Defender Europe 2020". US-Soldaten und Verbündete trainieren dann, Ausrüstung und schweres Gerät effizient zu transportieren. Auch Grafenwöhr ist eingebunden.

Fahrzeuge der US-Armee auf der Autobahn. Gut möglich, dass es dieses Bild in den kommenden Monaten häufiger gibt.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

20 000 zusätzliche US-Soldaten aus den Vereinigten Staaten, vor allem aber 13 000 große Ausrüstungsgegenstände wie Panzer und andere Fahrzeuge: Im Februar schickt sie die US-Armee auf den Weg nach Europa. Schon dieser Transport, unter anderem über Bremerhaven, ist ein wichtiger Teil der Großübung "Defender Europe 20". Die US-Armee möchte ihre Fähigkeit weiterentwickeln, Einsatzgerät und Truppen schnell dorthin zu bringen, wo sie im Ernstfall gebraucht werden.

Das Fachportal "Breaking Defense" spricht von Kosten von rund 340 Millionen Dollar für den US-Steuerzahler, die US-Armee-Zeitung "Stars and Stripes" von der größten Übung seit dem Kalten Krieg. Im Frühjahr spielt sie in zehn Ländern zwischen Ostsee und Schwarzem Meer. Haupteinsatzorte sollen Deutschland und Polen sein.

Im Mai in Grafenwöhr

Und es ist gut möglich, dass Autofahrer auf deutschen Straßen sich plötzlich mitten "in" der Übung wiederfinden. Zwar wird auch die Schiene für den Landtransport genutzt, die Deutsche Bahn hat laut "Breaking Defense" zusätzliche schwere Triebfahrzeuge angeschafft, um für die US-Armee als Dienstleister fungieren zu können. Ein Großteil werde aber auf den Straßen transportiert, teilt die US-Armee mit.

In Grafenwöhr steht dann von 2. bis 12. Mai die Übung "Warfighting Assessment 20" an. Diese hat formell nichts mit "Defender Europe 20" zu tun, sei aber eng damit verbunden, teilt die US-Pressestelle in Heidelberg mit. 4000 US-Soldaten sind hierfür vorgesehen, dazu weitere 1000 Einsatzkräfte aus Kanada, Frankreich, Polen und Großbritannien. Bei Warfighting Assessment handelt es um eine sogenannte Gefechtsstandsübung, die sich Großteils digital am Computer abspielt. "Echte" Schüsse werde es auf den Grafenwöhrer Schießbahnen dabei nicht geben, erklärt die US-Armee. Allerdings werde während der Übung der reguläre Betrieb auf dem Übungsplatz fortgesetzt.

Unklare Krisenfolgen

Unklar ist derzeit, was die Krise am Persischen Golf für "Defender Europe 20" bedeutet. In "Stars and Stripes" erklärte eine US-Armee-Sprecherin in der vergangenen Woche, dass die Pläne für die Großübung unverändert weiterlaufen. Allerdings schreibt die Zeitung auch, dass einzelne Einheiten, die für "Defender Europe"-Übungen in Georgien vorgesehen waren, nach der Tötung des iranischen Generals Soleimani bereits in den Nahen Osten verlegt wurden.

Das zweite US-Kavallerie-Regiment wird dagegen demnächst erneut nach Polen verlegt. Seit der russischen Aggression gegen die Ukraine hat die US-Armee auch dort ihre Truppen verstärkt, um die Nato-Partner an der Grenze zu Russland zu unterstützten.

Über mehrere europäische Häfen schifft die US-Armee in den kommenden Wochen schweres Gerät nach Europa

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