03.07.2020 - 10:13 Uhr
Deutschland & Welt

Härtere Strafen für "Upskirting" und Gafferfotos

Gerade in Menschenmengen kommt es vor, dass mit dem Handy unter den Rock fotografiert wird. Das sogenannte Upskirting wird ab Herbst härter bestraft. Und auch das Fotografieren von Unfallopfern.

Wer "Upskirting" betreibt muss ab Herbst mit härteren Strafen rechnen.
von Agentur DPAProfil

Wer mit einem Rock in einer vollen Bahn steht, der muss fürchten, dass womöglich jemand ungewollt eine Kamera darunter hält, ein Foto schießt und es verbreitet. Wer sogenanntes Upskirting betreibt, macht sich aber in Zukunft strafbar: Der Bundestag beschloss am Freitag ein Gesetz, das eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe vorsieht. Gelten soll es voraussichtlich ab dem Herbst.

"Einer Frau unter den Rock oder in den Ausschnitt zu fotografieren, ist eine schamlose Verletzung ihrer Intimsphäre", sagt Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD). Solche Grenzüberschreitungen seien nicht hinnehmbar. Die Fotos verletzten nicht nur die Persönlichkeitsrechte, sondern auch die sexuelle Selbstbestimmung.

Einen Upskirting-Fall gab es vor kurzem in Nürnberg

Nürnberg

Der rechtspolitische Sprecher der SPD im Bundestag, Johannes Fechner, sagt: "Die Opfer solcher Fotoattacken werden oft überrascht oder bekommen gar nicht mit, dass sie fotografiert wurden. Deshalb ist es nicht möglich, sich gegen das Fotografieren des Intimbereiches zu schützen und somit zu verhindern, dass intimste Bilder massenhaft im Internet verbreitet werden." Bislang wurde das Upskirting nur als Ordnungswidrigkeit mit geringen Geldbußen geahndet, was Täter kaum abgehalten habe.

Strafen auch für das Fotografieren aus reiner Sensationsgier

Nicht nur, wer heimlich intime Fotos von Frauen macht, wird künftig härter bestraft – ebenso, wer tote Unfallopfer fotografiert. Dabei muss, wie auch beim "Upskirting", mit einer Geldstrafe oder mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren gerechnet werden. die Wer schwer verletzte Unfallopfer oder gar Tote aus reiner Sensationsgier fotografiert, verletze jeden menschlichen Anstand, heißt es von Christine Lambrecht. "Oft werden dabei auch noch Rettungskräfte behindert, die alles tun, um Leben zu retten." Bislang ist das Fotografieren von Toten nicht strafbar.

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung

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