Hamburg macht Mut: Haben die Wähler die Panikmacher satt?

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Eine Hoffnung geht um in Deutschland: Dass die Wähler in einem der reichsten Länder der Erde nach dem Debakel von Thüringen endlich die Hysterie, Panikmache und Ausgrenzung satt haben.

Klarer Duell-Gewinner: Der zurückhaltende Bremer HSV-Fan, Hamburgs erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD, rechts), punktet gegen die jugendhafte Katharina Fegebank (Bündis90/ Die Grünen), Hamburgs zweite Bürgermeisterin mit hanseatischem Understatement. Die beiden Politiker haben sich beim «Hafen-Duell» der «Bild»-Zeitung den Fragen der Leser gestellt.
von Jürgen Herda Kontakt Profil
Kommentar

Dass der unauffällige Sozi Peter Tschentscher dabei zum stillen Helden aufstieg, ist kein Zufall. Die hanseatischen Wähler wollen Macher, keine Selbstdarsteller.

Vielleicht auch ein Grund, warum die grüne "Wissenschaftsministerin des Jahres" trotz unbestrittener Verdienste um die Exzellenz-Uni Hamburg und dem zweitbesten grünen Wahlergebnis aller Zeiten ein Ziel verfehlte: Noch bei der Europa-Wahl sah es danach aus, als könnte Katharina Fegebank Erste Bürgermeisterin werden. Vielleicht stülpte es aber sogar den 27 000 16- und 17-jährigen Erstwählern den Magen um, wenn Muttis pseudojunge Sprüche raushauen wie: "Es ist eine unglaublich geile Stimmung hier, ich habe noch nie einen so motivierten Haufen an Partei erlebt."

Rot-Grün sollte sich aber tunlichst davor hüten, mit Schadenfreude auf das Thüringen geschuldete Wahldesaster von CDU und FDP zu blicken. Wer, wenn nicht diese beiden Parteien, soll die liberal-konservative Mehrheit im Land vertreten - mit zeitgemäßen Positionen und Konzepten. Der blasse CDU-Kandidat Marcus Weinberg und die FDP-Edle Anna von Treuenfels jedenfalls können nichts für Richtungsstreit und Führungsschwäche ihrer Bundesparteien.

Selbst die AfD um ihren Spitzenkandidaten Dirk Nockemann, der sich vom Höcke-Flügel distanzierte, hat mit Rücksicht auf die wahnsinnige Bluttat von Hanau auf ihre Abschlusskundgebung verzichtet. Eine Chance für die letzten Mitglieder, die einst wegen der EZB-kritischen Lucke-Fraktion in die Partei einstiegen, innezuhalten, und sich zu fragen: Wollen wir die von der Zeitgeist-Union enttäuschten Konservativen um uns sammeln oder rechtsradikale Irre unterstützen, die vom Putsch träumen?

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.