13.12.2019 - 16:53 Uhr
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Hella Brice veröffentlicht zweites Buch über ihren Mann Pierre Brice

Hella Brice bringt ein zweites Buch über ihren Mann, Winnetou-Darsteller Pierre Brice, heraus. Darin verrät die Oberpfälzerin auch Privates.

von Helmut KunzProfil

Seit dem Tod von Pierre Brice im Jahr 2015 vertritt seine Witwe Hella Brice ihren Mann. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, sein Vermächtnis zu erhalten. Am 20. November erschien ihr zweites Buch mit bisher unveröffentlichten Dokumenten und Bildern des Schauspielers. Jetzt erzählt die gebürtige Fronbergerin, warum sie das Buch geschrieben hat.

ONETZ: Frau Brice, Sie lebten 39 Jahre lang an der Seite Ihres berühmten Mannes. Nun haben Sie seinen Nachlass zum zweiten Mal in einem Buch verarbeitet. Wie ist es Ihnen beim Stöbern in seinen Unterlagen und beim Schreiben emotional ergangen?

Hella Brice: Ich fragte Pierre immer, als er mir sein großes Archiv öffnete und erklärte und mir hunderte vorher nie gesehene Fotos zeigte, was ich mit all diesen wunderbaren Dingen nach seinem Tod machen sollte. Er sagte: „Mache Bücher daraus, teile es mit meinen Freunden“, wie er seine Fans immer nannte. Und so startete ich 2018 mit dem ersten Band. Ich fragte beim Karl May Verlag nach, ob er interessiert sei, gemeinsam mit mir dieses Erbe in Büchern festzuhalten und der Verlag war begeistert davon. Kein anderer wäre hierfür geeigneter.

ONETZ: Wie lange haben Sie an diesem Buch geschrieben?

Hella Brice: Nun, ich muss dazu sagen, dass ich es ohne die Hilfe von Simon Mittner, einem großen Pierre-Brice- und Karl-May-Fan, nie in einem Jahr geschafft oder auch wirklich realisiert hätte. Simon schlug mir bei einem Frühstück in Kroatien während der Winnetou-Feste, die jährlich zu Pierres Todestag stattfinden, ein Konzept für solch ein Buch vor. Es waren nicht nur leere Worte, sondern er setzte seine Vorstellungen gleich auf Papier um und schickte sie mir innerhalb der darauffolgenden Woche. Es entstand eine harmonische Zusammenarbeit mit ihm. Nach dem so unerwarteten Erfolg des ersten Bandes starteten wir sofort mit der Arbeit für den zweiten Band.

ONETZ: Schon der erste Band war sehr privat und sehr persönlich. Was dürfen wir im zweiten erwarten?

Hella Brice: Im zweiten Band behandle ich die Siebziger und Achtziger Jahre. Also Elspe, Bad Segeberg, die Stadthalle Wien hauptsächlich. Aber auch alles, was dort Backstage hinter den Kulissen ablief. Auch kleine Unfälle auf der Bühne, wiederum interessante Verträge und Briefe von Pierre an seine geliebten Eltern. Seinen Wandel mit den Winnetou-Kostümen, die er authentischer auf die Bühne bringen wollte. Ausschnitte aus seinen handgeschriebenen Bühnenstücken und vieles, was die Fans noch nie gesehen haben. Eben alles direkt aus seinem Archiv, wie er es sich gewünscht hatte. Viel Privates auch.

Info:

Zur Person

Hella Brice ist die Witwe von Schauspieler Pierre Brice. Als Hella Krekel wurde sie mit ihren Drillingsschwestern am 8. Oktober 1949 auf Schloss Fronberg bei Schwandorf geboren. 1951 zog die Familie nach Amberg. In München lernte Hella Krekel Pierre Brice kennen und lieben. Die beiden waren 34 Jahre verheiratet. (esa)

ONETZ: Der Buchtitel "Und plötzlich war ich wieder Winnetou" zeugt ja davon, dass Pierre Brice nach seinen großen Erfolgen in den Sechzigern wohl nicht mehr damit rechnete, in die Rolle des Apachenhäuptlings zurückzukehren. Wollten Sie das mit dem Titel ausdrücken?

Hella Brice: Ja genau. Pierre hatte seinen großen Erfolg so über Nacht in den 60er Jahren nie so richtig verstanden. Ein Franzose, der im deutschen Kino einen Indianer mit grünblauen Augen spielt. Aber er fing an, diese Rolle zu lieben. Irgendwie passte sie zu ihm. Er hatte überhaupt keine Mühe, diesen Menschen zu verkörpern, den alle nur aus Büchern kannten. Er gab diesem Winnetou eine Seele, wie es ein Professor später einmal definierte. Nach elf Kinofilmen kam dann plötzlich das Ende.

ONETZ: Wie ging es weiter?

Und Pierre beschäftigte sich trotzdem weiterhin privat mit den Indianern. Er las alles über sie, fing an, Geschichten zu schreiben, die er gerne irgendwann verfilmen wollte. Bis 1976 plötzlich das Telefon klingelte und der Intendant der Karl May Festspiele in Elspe die grandiose Idee hatte, Pierre live auf die Bühne zu holen. Es sollte eine große Herausforderung für Pierre werden. Er sprach kein Wort Deutsch. Aber er liebte Herausforderungen, besonders diese. Er wollte sein wahres Publikum kennenlernen. Er wollte erleben, ob die Leute ihn auch nach sieben Jahren noch genauso schätzen würden, wie damals. Und er sollte es nie bereuen. Als er bei der Premiere in Begleitung der berühmten Winnetou-Melodie, oben auf dem Hügel in Elspe auf seinem schwarzen Rappen Iltschi erschien, jubelte sein Publikum. Und es ließ ihn nicht mehr gehen. Den Rest kennt man.

ONETZ: Der zweite Teil befasst sich mit den 70-er und 80-er Jahren. Das war die Zeit, als Sie Pierre Brice kennengelernt und geheiratet haben. Erfährt der Leser auch Details über Ihre private Beziehung?

Hella Brice: Ich hatte das Glück, gerade in den 70ern Pierre auf dem Filmball wiederzusehen. Er lud mich zu der Premiere in Elspe ein. Auch hierüber wird berichtet. Und auch, worüber wir uns am Kamin unterhielten ... Auch, wie er mich im Urlaub zu seinem Modell erkor und mich malte. Es ist so viel Material da, dass ich mir gerne den dreifachen Platz im Buch gewünscht hätte. Da ist auch unser erster Urlaub vor unserer Hochzeit, natürlich unser Honeymoon auf der bekannten Insel Isola Bella in Taormina auf Sizilien.

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