05.07.2018 - 10:26 Uhr
Deutschland & Welt

Unterstützung im Notfall Hilfe! Eine Haushaltshilfe, bitte!

So gut der Alltag eingespielt ist, so plötzlich kann es passieren, dass dieser nicht mehr bewältigt werden kann. Fällt ein Familienmitglied wegen Unfall oder Krankheit aus, stellt sich die Frage: Wer kümmert sich nun um Kinder und Haushalt? Die Krankenkasse finanziert unter bestimmten Voraussetzungen eine Haushaltshilfe, die für einen geregelten Tagesablauf sorgt.

von Gesund & VitalProfil

Im Fall der Fälle

Unfall, Operation oder schwere, akute Krankheit: Wenn ein gesetzlich Versicherter vorübergehend nicht mehr selbst einkaufen, Wäsche waschen oder putzen kann, steht ihm eine Haushaltshilfe zu. Auch dann, wenn zum Beispiel ein längerer Krankenhausaufenthalt ansteht und der Alltag daheim somit nicht mehr bewerkstelligt werden kann. Allerdings ist in diesem Fall Voraussetzung, dass ein Kind im Haushalt lebt, das versorgt werden muss, höchstens zwölf Jahre alt ist oder eine Behinderung hat. Generell gilt: Die kranke Person muss „haushaltsführend“ sein, hat sich also bisher um alles gekümmert – kein anderer Erwachsener, der gegebenenfalls in derselben Wohnung lebt, kann die nun anfallenden Aufgaben übernehmen. Etwa, weil der- oder diejenige berufstätig ist.

Den Antrag stellen

Der Weg zur Haushaltshilfe führt über den behandelnden Arzt, dieser stellt eine medizinische Notwendigkeitsbescheinigung aus, darauf vermerkt sind Zeitraum und Stundenanzahl, für die eine Haushaltshilfe benötigt wird. Der Antrag auf Kostenübernahme wird direkt bei der Krankenkasse gestellt, diesem Antrag sollte die Bescheinigung beigelegt werden. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass innerhalb von drei Wochen der Antrag bearbeitet sein muss – jedoch kann es in akuten Fällen auch schneller gehen. Dies ist gegebenenfalls mit der jeweiligen Krankenkasse in engem Kontakt abzustimmen.

Damit ist zu rechnen

Unabhängig davon, ob der Versicherte in einer Klinik, auf Reha oder zu Hause ist – die Krankenkasse zahlt bis zu 26 Wochen lang eine Haushaltshilfe, jedoch muss hierfür ein Kind bis höchstens zwölf Jahre oder eines mit Behinderung im Haushalt leben. Ist dies nicht der Fall, endet die Finanzierung nach vier Wochen. Patienten über 18 Jahre zahlen pro Tag zehn Prozent der Kosten einer Haushaltshilfe zu. In der Regel sind dies mindestens fünf, höchstens zehn Euro. Schwangere oder frisch entbundene, deren Antrag bewilligt wurde, müssen keine Zuzahlung leisten.

Hilfe im Haushalt

Wie genau sieht nun die Unterstützung der Haushaltshilfe aus? eigentlich ganz einfach, denn die Haushaltshilfe übernimmt genau die Aufgaben, die bislang der Patient übernommen hat: essen kochen, waschen, bügeln, putzen, die Kinder betreuen, Besorgungen erledigen, Müll entsorgen – einzig pflegende und medizinische Tätigkeiten darf die Haushaltshilfe nicht übernehmen.

Haushaltshilfe finden

Haushaltshilfen finden sich in sozialen und karitativen Einrichtungen, viele Krankenkassen empfehlen ihren Versicherten entsprechende Kräfte, mit denen sie Verträge haben. Jedoch ist dies nicht zwingend notwendig, wer möchte, kann sich auch selbst seine Haushaltshilfe organisieren, jedoch ist es ratsam, dies vorher mit seiner Krankenkasse abzustimmen, damit nicht eventuell Mehrkosten entstehen, die der Versicherte dann selbst zu tragen hat.

Jugendamt stellt Haushaltshilfe

Wenn ein Elternteil aus gesundheitlichen oder anderen zwingenden Gründen ausfällt, kann auch das Jugendamt unter bestimmten Voraussetzungen eine Haushaltshilfe stellen oder andere vorübergehende Hilfen leisten, damit die Kinder versorgt und betreut sind. Damit eine Haushaltshilfe vom Jugendamt gestellt werden kann, darf das Kind das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. auch die Sozialen Dienste (unter anderem Sozialstationen, Haus- und Familienpflege, Nachbarschaftshilfekreise) bieten Hilfen an, damit der Haushalt weitergeführt werden kann.

Voraussetzungen für Haushaltshilfe

Lebt in ihrem Haushalt ein Kind unter 14 Jahren oder ein behindertes Kind, das auf Hilfe angewiesen ist, können sie bei der gesetzlichen Krankenkasse eine Haushaltshilfe beantragen. Das gilt jedoch nur, wenn sie kein anderer Haushaltsteilnehmer unterstützt. Sie können Haushaltshilfe beantragen, wenn sie…

• … selbst vollstationär im Krankenhaus behandelt werden oder ihr Kind zur Behandlung in ein Krankenhaus begleiten müssen.

• … wegen einer Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme den Haushalt nicht selbst weiterführen können und ihre Krankenkasse Kostenträger dieser Maßnahme ist.

• … den Haushalt aufgrund einer schweren Krankheit oder akuten Verschlimmerung einer Krankheit nicht weiterführen können.

• … den Haushalt nach der Geburt eines Kindes oder wegen Schwangerschaftsbeschwerden nicht weiterführen können. Das gilt auch, wenn sie ihr erstes Kind erwarten.

Darüber hinaus erhalten sie auch dann Haushaltshilfe, wenn sie kein eigenes Kind versorgen müssen, sie aber ihren Haushalt wegen schwerer Krankheit oder akuter Verschlimmerung einer Krankheit nicht weiterführen können. Voraussetzung ist, dass keine Pflegebedürftigkeit ab Pflegegrad 2 vorliegt. Der Anspruch besteht längstens für die Dauer von vier Wochen.

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