28.09.2021 - 17:18 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

Impfangebote ab Montag fast nur noch bei Hausärzten und mobilen Teams

Weil die Zahl der täglichen Corona-Impfungen auf konstant niedrigem Niveau verharrt, immunisieren die bayerischen Impfzentren ab Montag nur noch in Ausnahmefällen. Das Impfen wird dann fast vollständig auf die Hausärzte übertragen.

Die Aufkleber "Impfen" werden abgemacht, viele Impfzentren schließen demnächst.
von Jürgen UmlauftProfil

Die lokalen bayerischen Corona-Impfzentren werden ab dem kommenden Montag überwiegend mit mobilen Teams und reduziertem Personal arbeiten. Stationäres Impfen in den Zentren wird dann nur noch in Ausnahmefällen oder bei besonderen Anlässen angeboten. Das kündigte die im Gesundheitsministerium zuständige Ministerialdirigentin Gabriele Hörl im Gesundheitsausschuss des Landtags an. Nach ihrer Auskunft werden die Zentren dann hauptsächlich mit Impflogistik und -verwaltung betraut sein sowie als Anlaufstelle für die mobilen Teams dienen.

Der Großteil künftiger Corona-Impfungen soll laut Hörl über die Hausärzte erfolgen. Die mobilen Teams seien für niederschwellige Impfangebote zum Beispiel in Einkaufszentren sowie für die Versorgung von Alten- und Pflegeheimen und mobilitätseingeschränkten Menschen zuständig. "Jeder, der heute geimpft werden will, hat eine Möglichkeit, sich impfen zu lassen", versicherte Hörl. Daran ändere auch die neue Strategie an den Impfzentren nichts. Umgestellt wird ab Anfang Oktober auch die Impfstoffversorgung in den Impfzentren. Diese wird dann nicht mehr zentral durch den Freistaat erfolgen, sondern per Bestellung über die Apotheken.

73.500 Drittimpfungen

Aktuell sind in Bayern 61,8 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen eine Covid-19-Erkrankung immunisiert. Mit 81,9 Prozent erreichen die über 60-Jährigen den höchsten Anteil. Bei den 18- bis 59-Jährigen liegt die Quote bei 67,3 Prozent, bei den 12- bis 17-Jährigen bei 29,6 Prozent. Bayernweit wurden bislang zudem rund 73.500 Drittimpfungen zur Auffrischung des Impfschutzes vorwiegend an Bewohner und Arbeitskräfte in Alten- und Pflegeheimen sowie an medizinisches Personal verabreicht. Nach Angaben Hörls mussten in Bayern bislang rund 140.000 Impfdosen weggeworfen werden, weil entweder das Haltbarkeitsdatum überschritten worden oder es zu Beschädigungen oder Verunreinigungen gekommen sei.

Tests in Apotheken

Wie der Regierungsrat Daniel Siegert ergänzend mitteilte, ist die Grundversorgung mit Corona-Test auch nach der Schließung zahlreicher kleiner Teststationen in ganz Bayern weiter gewährleistet. Neben den 109 lokalen Testzentren stünden Kapazitäten in 1200 Apotheken, 5000 Arztpraxen sowie rund 1700 privaten Teststellen zur Verfügung. Siegert erinnerte daran, dass die kostenlosen Bürgertests nach dem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz ab dem 11. Oktober wegfielen. Grundsätzlich müssen die Getesteten dann selbst für die Kosten aufkommen. Eine staatliche Preisvorgabe für die Tests gebe es nicht. Ausgenommen von der Zahlpflicht seien "Unimpfbare" mit entsprechendem ärztlichen Attest, Kinder bis 12 Jahre, Schwangere sowie Personen, für die eine Quarantäne angeordnet worden sei. Für Jugendliche bis 18 Jahre gebe es eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember.

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