München
16.06.2021 - 14:46 Uhr

Initiativen fordern: Landesentwicklung soll sich an Klimaschutz orientieren

Die Landesentwicklung in Bayern soll sich künftig stärker auf den Klimaschutz und die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse ausrichten. Das fordert eine Initiative zahlreicher Verbände.

Initiativen fordern stärkeren Klimaschutz und Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Bayern. Symbolbild: picture-alliance/obs
Initiativen fordern stärkeren Klimaschutz und Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Bayern.

Die vom Bayreuther Raumordnungsprofessor Manfred Miosga geleitete Initiative "Wege zu einem besseren LEP" hat eine grundlegende Überarbeitung des bayerischen Landesentwicklungsprogramms (LEP) gefordert. Vor allem wegen der Herausforderung des Klimawandels und des Strebens nach einer gleichwertigen Entwicklung städtischer und ländlicher Räume sei eine bloße Fortschreibung nicht ausreichend. "Das Gehen in den alten Pfaden greift zu kurz", sagte der Präsident der Akademie Ländlicher Raum im Münchner Presseclub. Das LEP brauche klare und verbindliche Zielsetzungen, die auch die Interessen der jungen Generation berücksichtige.

Miosga sprach von "tiefen Einschnitten und Veränderungsprozessen". Außer im LEP müsse das auch in der notwendig gewordenen Novelle des bayerischen Klimaschutzgesetzes deutlich werden. "Die Klimakrise und der Verlust an Artenvielfalt nehmen zunehmend bedrohliche Ausmaße an, weshalb wir endlich auch in Bayern beherzt gegensteuern müssen", erklärte er. Nötig sei eine "übergreifende Strategie und eine Idee, wie wir in Zukunft nachhaltig und gut leben können". Deshalb fordere die Initiative einen "Neustart beim LEP". Dieses müsse verbindlicher, reaktionsfähiger und lösungsorientierter werden und Bürger und gesellschaftliche Gruppen stärker einbeziehen.

Auf dem Verkehrssektor regt die Initiative landesplanerische Vorgaben für eine "rasche Abkehr von der Dominanz der Pkw-basierten Mobilität" an. Zudem müsse Wohnen und Arbeiten näher zueinander gebracht werden, um Pendlerströme zu reduzieren. Außerdem soll die Digitalisierung das Arbeiten zu Hause erleichtern und damit das Wohnen im ländlichen Raum attraktiver machen. In der Landwirtschaft fordert die Initiative mehr Öko-Landbau und eine "stärker pflanzenbasierte Ernährungsweise" aus überwiegend heimischer Produktion. Beim Bau sollte zunehmend auf nachwachsende Rohstoffe gesetzt werden. Zudem müsse das LEP bei der Flächennutzung stärker auf die Produktion erneuerbarer Energien ausgerichtet werden.

Amberg15.06.2021
 
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