09.06.2021 - 18:45 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zum Biden-Besuch: Deutschland muss sich für eine Seite entscheiden

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Die Zukunft des Pipeline-Projekts Nord Stream 2 ist die Gretchen-Frage im deutsch-amerikanischen Verhältnis. Berlin will das nur nicht wahrhaben. Ein Kommentar von Alexander Pausch.

Der amerikanische Präsident Joe Biden.
von Alexander Pausch Kontakt Profil
Kommentar

Der erste Besuch Joe Bidens als US-Präsident in Europa sollte vor allem den Politikern der Regierungsparteien ein schlechtes Gewissen bereiten. Der Demokrat ist seit seinem Amtsantritt den Deutschen weit entgegengekommen. Die Bundesrepublik hat bisher nichts getan, um ihn zu unterstützen.

Damit beschädigt die schwarz-rote Koalition nicht nur Bidens Projekt, die Demokratie im Ringen um die globale Ordnung zu stärken. Sie schadet auch deutschen Interessen. Da ist an erster Stelle die unselige Pipeline in der Ostsee Nord Stream. Es war aus strategischen Gründen bereits falsch die Erste zubauen. Das gilt auch für die Zweite.

Vor wenigen Tagen erst hat der russische Präsident Wladimir Putin in Petersburg noch einmal deutlich gesagt, worum es ihm geht. Die Ukraine auszubremsen. Wenn diese weiter als Gas-Transitland eine Rolle spielen wolle, müsse sie guten Willen zeigen, sagte er. Im Klartext: Kiew muss kuschen. Schon in der damaligen Regierung von Gerhard Schröder (SPD) war ein Motiv für den Leitungsbau, weniger von den Ländern dazwischen abhängig zu sein. Tatsächlich liefert diese Politik diejenigen Staaten, die nicht durch die Nato geschützt sind, dem außenpolitischen Mobbing des Kremls aus.

Deutschland muss sich entscheiden, auf wessen Seite es steht. Gleichzeitig die Freundschaft zu den USA zu betonen und Putin in die Karten zu spielen funktioniert nicht. Das wird sich Biden zu Recht nicht bieten lassen.

US-Soldaten bleiben in der Oberpfalz

Grafenwöhr

Das Lob der US-Armee

Grafenwöhr

Der US-Präsident setzt auf Partnerschaft

Deutschland & Welt
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.