Es war das Wochenende der Bilder. Bilder, wie sie kontrastreicher nicht hätten sein können: In Berlin "erobern" Demonstranten das Symbol eines Staates, den sie ablehnen - der es ihnen aber ermöglicht, gefahrlos ihre Fahnen zu schwenken. In Minsk gehen derweil zehntausende Weißrussen gegen ihren Staatschef Alexander Lukaschenko auf die Straße - und das, obwohl Panzer auffahren und ihnen offen mit Gewalt gedroht wird.
Die Bilder vom Reichstag sind nicht wieder aus der Welt zu schaffen. Unter den Rechten und ihren Mitläufern dürften sie als Sieg gefeiert werden. Viel ist jetzt von einem "Angriff auf das Herz der Demokratie" die Rede. Damit wertet man die Bilder allerdings nur noch auf und rutscht in der Diskussion auf die symbolisch und emotional aufgeladene Ebene der Agitatoren. Verständlich, aber nicht hilfreich. Es stachelt die Staatsfeinde nur noch an.
Politik und Polizei wollen dafür sorgen, dass solche Bilder nie wieder zustande kommen können. Das ist richtig. Aber dies muss aus einer Position der Überlegenheit und Souveränität heraus geschehen, nicht als panische Reaktion auf die Provokation durch einen aufgestachelten Mob. Denn der hat, nüchtern betrachtet, nicht mehr geschafft, als einige Treppenstufen zu besteigen. Wirklich erreichen kann er nichts - so lange es die demokratische Mehrheit in diesem Land verhindert.















So einfach ist es nicht! Mir ist aufgefallen, daß bei dieser "Aktion" nicht nur offen erkennbare Rechtsradikale dabeiwaren, sondern auch etliche anscheinend normal aussehende Fehlgeleitete (früher hießen sie "Mitläufer")!
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