15.11.2021 - 17:41 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar: Die Staatsregierung hat zu spät gehandelt

Um markige Worte ist Markus Söder nie verlegen. Nun ruft der Ministerpräsident die "Woche der Wahrheit" aus. Dabei war diese schon vor langer Zeit. Ein Kommentar von Alexander Pausch.

Ministerpräsiden Markus Söder setzt eine FFP2-Maske auf.
von Alexander Pausch Kontakt Profil
Kommentar

Das Wesensmerkmal des Corona-Managements in Deutschland aber auch Bayern ist, dass die Politik regelmäßig zu spät kommt. Aus dem Vorjahr lernen? Auf keinen Fall. Im Zweifel geben sich die Handelnden lieber überrascht. So wie der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek Anfang November. Da verkündete er doch voller Inbrunst: "Ich glaube, dass wir eine Dynamik momentan erleben, die wirklich nicht vorhersehbar war." Ein unglaublich ignoranter Satz. Ein Satz, der das ganze Versagen der Corona-Politik zeigt. Es gab frühzeitig Warnungen.

Schon im Sommer lagen Modellrechnungen des Robert-Koch-Instituts vor, an denen sich ablesen ließ, wie hoch die Inzidenzen schlimmstenfalls steigen können. Immer abhängig von der Impfquote. Dass die Impfbereitschaft in Bayern schon vor Corona unterdurchschnittlich war, sollte auch im Gesundheitsministerium und in der Staatskanzlei bekannt sein.

Ministerpräsident Markus Söder, der sich in der Corona-Pandemie gern als Anführer des "Teams Vorsicht" inszeniert, hätte seit langer Zeit gerüstet sein können. Um etwa Kontaktbeschränkungen zu erlassen, braucht der Ministerpräsident nicht auf den Bund zu warten. Die Regierungsmehrheit im Landtag reicht dazu aus. Statt dessen versucht sich Söder nun in Ablenkungsmanövern. Doch seine "Woche der Wahrheit" liegt schon lange zurück. Jeder sieht, dass die Staatsregierung zu spät gehandelt hat.

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