Der komplizierte Umgang mit der AfD

Ignorieren? Diskutieren? Es gibt kein Patentrezept für das Verhalten gegenüber der AfD. Das hat die vergangene Woche bewiesen, meint Frank Werner.

Fähnchen mit dem Logo der AfD liegen beim Landesparteitag der AfD Bayern auf einem Tisch.
von Frank Werner Kontakt Profil

Turbulente Tage für die AfD: In Bayern will Fraktionschef Markus Plenk hinwerfen, im Bundestag scheitert Mariana Harder-Kühnel erneut bei der Wahl als Bundestags-Vizepräsidentin und Bundestagsabgeordneter Markus Frohnmaier soll eine Marionette russischer Interessen sein. Drei unterschiedliche Geschichten mit einem gemeinsame Nenner: Sie dokumentieren den komplizierten Umgang mit der AfD.

Die CSU weiß nicht, was sie mit dem AfD-Abtrünnigen Plenk machen soll. Mit offenen Armen empfangen? Eher nicht. Der Biobauer muss sich fragen lassen, ob er nicht vorher längst hätte ahnen können, welches politische Geschäft er betreibt. Andrerseits: Besser eine späte Einsicht als gar keine.

Bei Harder-Kühnel stellt der Bundestag auf stur. 423 Abgeordnete stimmen dagegen, dass die AfD einen Posten im Bundestag erhält, der allen Fraktionen zusteht. Das ist eine Ausgrenzung, wie sie sonst die Rechtspopulisten zelebrieren. Andrerseits: Warum soll der AfD eine weitere Bühne gegeben werden? Sie benutzt den Bundestag regelmäßig zur Agitation.

Und schließlich: Frohnmaier wird vorgeworfen, dass russische Kräfte ihn "absolut unter Kontrolle" haben könnten. Die Sympathien weiter Teile der AfD für einen "starken Mann" wie Präsident Wladimir Putin sind bekannt. Andrerseits: Das ist ein gefundenes Fressen für Verschwörungstheoretiker. Für die Hetzer gegen die "Lügenpresse".

Die AfD hat jedenfalls geschafft, was sie sich nur wünschen kann: Täglich in den Schlagzeilen zu stehen. Andrerseits: Das tut die Partei mit Personalien, nicht mit Ideen.

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Kommentare

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Joachim Datko

Die AfD ist die Partei meiner Wahl!

Ohne die AfD hätten meine politischen Positionen keine Vertretung in den Parlamenten. Mir ist besonders wichtig, dass sich die AfD gegen die massive Einwanderung aus Afrika und dem Nahen Osten stemmt. Ich werde bei der Europawahl, wie schon das letzte Mal, wieder die AfD wählen.

Zitat: "Es gibt kein Patentrezept für das Verhalten gegenüber der AfD."
Das Verhalten der anderen Parteien im Bundestag, bei der Wahl eines AfD-Vertreters als Bundestags-Vizepräsident, ist meiner Ansicht nach erbärmlich.

Ich bin gerne bereit, eine Lanze für die AfD zu brechen.

Joachim Datko - Ingenieur, Physiker
Aktiver AfD-Sympathisant

08.04.2019