10.11.2020 - 17:40 Uhr
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Landtag macht Druck: Fernverkehr im Stundentakt

Ostbayern droht vom Fernverkehr der Bahn abgehängt zu bleiben. Jetzt macht der Landtag Dampf und fordert die Korrektur der Pläne für Deutschlandtakt.

Der Schwandorfer Bahnhof.
von Jürgen UmlauftProfil

Der Verkehrsausschuss des Landtags macht Druck bezüglich der Aufnahme der Bahnstrecken München-Regensburg-Weiden-Leipzig und Nürnberg-Marktredwitz-Dresden in den geplanten Deutschlandtakt für Fernverkehrsverbindungen. Mit großer Mehrheit billigte er zwei Anträge der Regierungsfraktionen von CSU und Freien Wählern sowie der SPD. Mit diesen wird die Staatsregierung aufgefordert, sich beim Bund für die Regionen im Nordosten Bayerns stark zu machen und für stündliche umsteigefreie Verbindungen zu sorgen. Es gehe darum, die Wirtschaftsregion Ostbayerns wieder an den Fernverkehr der Bahn anzubinden, erklärte Jürgen Baumgärtner (CSU).

Der Antrag der SPD ging noch weiter. Darin wurde betont, dass neben den beiden Süd-Nord-Verbindungen auch die Ost-West-Strecke von Nürnberg über Schwandorf nach Prag im Deutschlandtakt bleiben müsse. Zudem müsse sichergestellt werden, dass die bestehenden Regionalverkehre auch bei der Umsetzung des Deutschlandtakts nicht ausgedünnt würden. Die SPD warnte davor, dass nach den aktuellen Plänen der Bahn die Schienentrassen in Ostbayern zwar elektrifiziert würden, das Angebot für die Fahrgäste aber schlechter würde als heute. Dem müsse im Sinne der Region entgegengewirkt werden, betonte Natascha Kohnen (SPD).

AfD und FDP stellten sich hinter die Anträge. Allerdings wunderte sich Sebastian Körber (FDP) über die Initiative aus der CSU. "Warum setzen Sie Ihre Forderung nicht einfach um, Sie stellen doch seit Jahren den Bundesverkehrsminister", fragte Körber. Schließlich sei die Bahn ein bundeseigenes Unternehmen. Genau aus diesem Grund enthielten sich die Grünen. Es sei zwar "dringend notwendig, dass ostbayerische Städte wieder an den Fernverkehr der Bahn angebunden werden", sagte ihr Abgeordneter Markus Büchler. Dass dies noch nicht geschehen sei, liege aber in der Verantwortung der Berliner Regierungsparteien CSU und SPD, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht hätten. Das Unverständnis darüber bringe man mit der Enthaltung zum Ausdruck.

Die Pläne der Bahn in der Oberpfalz

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