27.11.2020 - 18:13 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

Lockerungen und Lockdown: Bayerns Corona-Regeln

Einen Teilerfolg sieht Ministerpräsident Markus Söder nach einigen Wochen Teil-Lockdown. Doch die Corona-Zahlen sollen runter.

Kultusminister Michael Piazolo (von links,, Freie Wähler), Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler), MInisterpräsident Markus Söder (CSU) und Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) verkünden die neuen bayerischen Corona-Regeln.
von Jürgen UmlauftProfil

"Verlängern, vertiefen, helfen." Unter dieses Motto stellte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) das neue Maßnahmenpaket zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Bayern vor, das ab dem 1. Dezember in Kraft tritt. Die Beschlüsse seien darauf ausgerichtet, "Kontakte in der Breite zu reduzieren". Bis zunächst 20. Dezember verlängert werden alle schon mit dem "Lockdown light" seit Anfang November geltenden Regeln, Schließungen und Verbote. Darauf müssen sich Bürger und Unternehmen nun zusätzlich einstellen:

# Private Zusammenkünfte: Beschränkung auf zwei Haushalte mit maximal fünf Personen. Kinder bis 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt. Für die Zeit vom 23. Dezember bis 1. Januar wird diese Obergrenze für den engsten Familien- und Freundeskreis auf zehn Personen erhöht. Das soll über die Weihnachtstage kleinere Feiern ermöglichen. "Die Begegnung mit der Familie ist heuer das eigentlich schönste Geschenk", sagte Söder.

# Maskenpflicht: Sie gilt künftig auch auf Parkplätzen vor Einkaufsmärkten.

# Schließungen: Bibliotheken und Archive sowie Volkshochschulen werden geschlossen. Die Hochschulen stellen grundsätzlich auf digitale Lehre um.

# Einkaufen: Alle Läden bleiben geöffnet, allerdings wird die Kundenzahl begrenzt - bis 800 Quadratmeter Verkaufsfläche auf einen Kunden je 10 Quadratmeter, in größeren Läden sind es 20 Quadratmeter. Ein "Einlassmanagement" soll Schlangenbildungen verhindern.

# Reisen ins Ausland: Wer auch nur einen Tagesausflug in ein ausländisches Risikogebiet unternimmt, unterliegt künftig bei Rückkehr einer Quarantäne-Pflicht von zehn Tagen. Ausnahme sind "triftige Gründe". Dazu gehören Arbeit, Schule und Arztbesuche, nicht aber Skifahren und touristische Ausflüge.

# Schule: Letzter Schultag vor den Weihnachtsferien ist bereits der 18. Dezember. "Das sorgt für weniger öffentliche Kontakte, auch wenn die Schulen wohl kein Treiber des Infektionsgeschehens sind", erklärte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Von 14 auf 5 Tage verkürzt wird die Quarantänezeit bei einem Coronafall in einer Klasse. Alle betroffenen Schüler werden dann per Schnelltest auf eine mögliche Infektion untersucht. Sind alle negativ, kann die Klasse komplett in den Präsenzunterricht zurück. Lehrkräfte erhalten einmalig und kostenlos zwei FFP2-Masken.

# Bayerische Hotspot-Strategie: Für Städte und Landkreise mit einem Inzidenzwert über 200 gelten verbindlich umzusetzende Maßnahmen. An Schulen werden ab der 8. Jahrgangsstufe die Klassen geteilt und im Wechselunterricht beschult (Ausnahme Förderschulen und Abschlussklassen). Zudem werden Musik- und Fahrschulen sowie Wochenmärkte mit Ausnahme des Lebensmittelverkaufs geschlossen. Es gilt ein ganztägiges Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen.

Ab einer Inzidenz von 300 müssen die örtlichen Behörden noch schärfer reagieren. Ihnen steht dafür ein Bündel an Maßnahmen zur Verfügung. Dazu gehört das Verlassen der Wohnung nur bei triftigem Grund. Weiter eingeschränkt werden können Dienstleistungen, Besuche in Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen und die Teilnehmerzahl von Gottesdiensten und Versammlungen.

# Lockerungen: Sinkt in einer Stadt oder einem Landkreis der Inzidenzwert an sieben aufeinanderfolgenden Tagen unter 50 und hat weiter sinkende Tendenz, können die örtlichen Behörden Lockerungen vornehmen. Dass dies irgendwo bis Ende des Jahres der Fall sein wird, hält jedoch selbst Söder für eher unwahrscheinlich.

# Impfstrategie: Laut Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sind ab Mitte Dezember bayernweit 97 kommunale Impfzentren startklar. Sie könnten mit dem Impfen beginnen, sobald ein Impfstoff zugelassen und verfügbar sei. Söder erklärte, er werde "mit gutem Beispiel vorangehen" und sich impfen lassen.

Kommentar

Oberpfalz
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.