18.10.2019 - 18:11 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

Markus Söder, der Modernisierer

Der CSU-Parteitag hat Markus Söder als Vorsitzenden bestätigt – mit einem starken Ergebnis. Aber seine Bewährungsprobe steht erst noch bevor, meint Frank Werner.

Markus Söder spricht beim CSU-Parteitag in der Olympiahalle.
von Frank Werner Kontakt Profil
Kommentar

Die Metamorphose des Markus Söder ist atemberaubend: vom unversöhnlichen Wadlbeißer zum milden Landesvater. Der 52-jährige Franke hat nicht nur sich selbst auf links gedreht, sondern die gesamte CSU umgekrempelt. Seine Partei geht den Weg der Modernisierung mit. Das belegt seine Wiederwahl als Parteichef am Freitag mit mehr als 91 Prozent.

Vorbehalte gegen Söder gibt es aber weiterhin genug. Wie ernst und nachhaltig ist es ihm mit der Erneuerung der CSU? Der Schwenk hin zu einer ökologischeren und weiblicheren Partei geht vielen Christsozialen zu schnell. Skype satt Stammtisch? Tofu statt Blutwurst? Radfahren statt SUV? Kann das gutgehen?

Söder hat als Hauptkonkurrenten die Grünen auserkoren. Vor allem in den Großstädten sieht die CSU gegen die Öko-Partei, die jetzt tief in der Mitte der Gesellschaft verwurzelt ist, kein Land. Die AfD-Wähler hat der CSU-Chef mit seiner liberaleren Flüchtlingspolitik offenbar als "nicht therapierbar" aufgegeben.

Die Wahrheit liegt auch für Söder auf dem Platz. Bei der Kommunalwahl im März nächsten Jahres wird sich zeigen, ob seine Strategie tatsächlich aufgeht. Die Zustimmung für Söder ist nicht mehr als eine Momentaufnahme. Wie knallhart die Partei mit Wahl-Verlierern umgeht, hat sie mehr als einmal bewiesen.

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Kommentare

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A. Schmigoner

Bei Söder weis man nie, ab er tatsächlich einen Kurswechsel vollzieht, oder, abhängig von der Wetterlage, nur sein Image etwas aufpolieren will.
Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung: Die Partei von "Laptop und Lederhose" muss dringend modernisiert werden. Das ging der in Teilen stockkonservativen Parteibasis zu schnell. Ausgerechnet „Grüne Ideen“, über die man seit 30 Jahren lästerte und auch ein wenig belächelte, sollten nun Einzug in die Parteistatuten erhalten. Forsche FU-Weiber stellen dann womöglich die altgedienten CSU-Platzhirsche infrage? Dann lieber weiterhin etwas altmodisch sein, sagte die Basis.

21.10.2019