Mindestlohn für Azubis - ein richtiges Signal

Lehrlinge sollen künftig eine Mindestvergütung bekommen. Wurde auch höchste Zeit, meint Frank Werner.

Eine Auszubildende zur Köchin.
von Frank Werner Kontakt Profil
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Groß war der Aufschrei aus Teilen der Wirtschaft, als im Jahr 2015 der gesetzliche Mindestlohn eingeführt wurde. Mancher Arbeitgeber malte das Schreckgespenst von Hunderttausenden Jobs an die Wand, die durch die Zahlung von damals 8,50 Euro pro Stunde aufs Spiel gesetzt würden. Pustekuchen: Die Arbeitslosigkeit ist auf Rekordtief, die ökonomischen Eckdaten passen - und das, obwohl die Untergrenze bei der Bezahlung bereits bei 9,19 Euro liegt.

Auszubildene werden händeringend gesucht, der Markt für Fachkräfte ist leer gefegt. Der Mindestlohn für Lehrlinge ist deshalb ein überfälliger Schritt. 515 Euro sind dabei bestimmt keine Summe, die junge Menschen großen Wohlstand beschert. Aber es ist eine Anerkennung für die Leistung vor allem in Branchen, in denen die Arbeit kein Zuckerschlecken ist.

Der Spruch "Lehrjahre sind keine Herrenjahre" gehört ab in die Mottenkiste. Wer Azubis nur als billige Aushilfskräfte sieht, hat sowieso verloren. Die Rekrutierung künftiger Mitarbeiter verlangt nicht nur nach bestmöglicher Ausbildung, sondern auch nach einer ordentlichen Bezahlung.

Geld allein bedeutet nicht die Lösung aller Probleme. Es geht um eine bessere soziale Anerkennung der Azubis. Aber auch für dieses Ziel ist der Mindestlohn ein richtiges Signal.

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