München
28.02.2024 - 14:54 Uhr

Bayerische Kommunen nutzen Chancen des Tourismus noch zu wenig

Nach Ansicht der bayerischen Tourismus-Werber sind die Potenziale im Freistaat mit Urlaubsgästen noch längst nicht ausgeschöpft. Im Landtag werben die Experten für mehr regionale Vernetzung und den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs.

Von den Fahrradfahrern und Wanderern am bayerisch-böhmischen Freundschaftsweg profitiert die ganze Region . Symbolbild: Thomas Kujat/Tourismuszentrum Oberpfälzer Wald
Von den Fahrradfahrern und Wanderern am bayerisch-böhmischen Freundschaftsweg profitiert die ganze Region .

Die Geschäftsführerin der Bayern Tourismus Marketing GmbH (BayTM), Barbara Radomski, hat an die Kommunalpolitiker im Freistaat appelliert, die sich aus dem Tourismus ergebenden Chancen für ihre Orte und Regionen noch stärker zu nutzen. Tourismus könne nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sein, er steigere auch die Lebensqualität der Einheimischen, erklärte Radomski im Agrarausschuss des Landtags. Ohne Touristen gäbe es viele Gasthäuser nicht, ebenso wenig Wanderwege, Seilbahnen und andere Freizeit- oder Kultureinrichtungen.

Es müsse mancherorts "noch mehr rein in die Köpfe", welche Vorteile der Tourismus mit sich bringe, sagte Radomski. Mit Marketing- oder Werbeaktionen, um Touristen anzulocken, sei es nicht getan. Um Wertschöpfung in der Region zu halten, brauche es eine stärkere Vernetzung der örtlichen Akteure. Dies fördere den Einsatz regional erzeugter Lebensmittel oder die Nutzung von Dienstleistungen durch Urlauber. "Ohne Tourismus wären wir in vielen Gegenden viel ärmer", resümierte Radomski.

Den milder werdenden Wintern will die BayTM mit einer Strategie zur Ergänzung der klassischen Wintersportaktivitäten begegnen. Gerade in den Mittelgebirgen übertreffe vielerorts die Zahl der Winterwanderer bereits jene der Skifahrer, berichtete BayTM-Manager Wolfgang Wagner. Radomski bezeichnete Beschneiungsanlagen als "Übergangstechnologie", bis überall ausreichend Angebote aufgebaut seien, die eine vergleichbare Wertschöpfung wie der traditionelle Wintersport hätten. "Die Transformation hat schon begonnen", sagte sie. Man sei gerade im Winter auf dem Weg zu "multifunktionalen Angeboten".

Als Problem nannte Wagner den oft dünnen öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) in ländlichen Tourismusregionen. Vor allem für die "letzte Meile" hin zu besonderen Attraktionen fehle das Angebot. Wagner rief die Politik dazu auf, die Förderbedingungen zu ändern. Bei der Verkehrsplanung dürften nicht nur die Einwohner eines Ortes berücksichtigt werden, sondern auch die Touristen als "Einwohner auf Zeit". Auf diese Weise ließen sich bedarfsgerechtere Angebote einrichten. "Eine streng an der Einwohnerzahl orientierte ÖPNV-Förderung führt dazu, dass touristisch erforderliche Angebote auch nicht da sind", mahnte Wagner.

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Neunburg vorm Wald27.02.2024
 
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