München
09.03.2026 - 14:00 Uhr

Söder: Schmutzkampagne schuld an Hagel-Niederlage

Markus Söder hatte auf eine schwarze Südschiene gehofft. Die CSU ist deshalb durchaus enttäuscht. Die Hauptschuld gibt Söder aber nicht dem gescheiterten Ministerpräsidentenkandidaten.

Söder gratuliert Cem Özdemir - schimpft aber dennoch. Bild: Malin Wunderlich/dpa
Söder gratuliert Cem Özdemir - schimpft aber dennoch.

CSU-Chef Markus Söder sieht eine „Schmutzkampagne“ als ausschlaggebenden Grund, dass die CDU bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg knapp nicht stärkste Kraft geworden ist. Man sei ein bisschen traurig, denn „ohne diese zwei Videos“ wäre Manuel Hagel (CDU) vor seinem Kontrahenten Cem Özdemir (Grüne) gelegen, sagte Söder nach einer CSU-Vorstandssitzung in München. „Ohne diese Schmutzkampagne wäre es anders ausgegangen“, sagte er. „Darum tut uns das leid, und wir finden es unmöglich und erwarten da auch noch mal eine Diskussion drüber an der Stelle.“

Hagel war in der heißen Wahlkampfphase wegen zweier Videos in die Schlagzeilen geraten. Zunächst hatte eine Grünen-Bundestagsabgeordnete ein altes Video aus dem Jahr 2018 gepostet, in dem der damals 29-jährige Hagel von einer Schülerin und ihren „rehbraunen Augen“ schwärmt. Hagel räumte zwar gleich ein, dass das „Mist“ gewesen sei, doch das Video ging viral. Wenige Tage später sorgte ein weiteres Video gleich für neue Kritik: Hagel geriet beim Besuch einer Schule vor laufender Kamera mit einer Lehrerin aneinander und machte bei dem Auftritt alles andere als eine gute Figur.

Söder: Özdemir hat mit Grün nichts zu tun

Gleichwohl gratulierte Söder Özdemir zum Wahlerfolg. Sie beide hätten ja das Vergnügen, künftig im Bundesrat und bei der Ministerpräsidentenkonferenz nebeneinanderzusitzen. Er wünsche ihm eine glückliche Hand – und er hoffe, dass aus einen „Bundeszentralisten“ nun ein Föderaler werde. Er setze „mit der Zeit“ jedenfalls auf eine gute Zusammenarbeit wie in den vergangenen Jahren mit Winfried Kretschmann, sagte der bayerische Ministerpräsident.

Eine grüne Renaissance bedeute Özdemirs Erfolg indes nicht, argumentierte Söder. „Özdemir hat ja mit Grün nichts zu tun.“ Das sei auch kein grüner Erfolg.

Eine Niederlage für die Union als Ganzes sieht Söder infolgedessen ebenfalls nicht. Es habe sich ja an der Lage insgesamt nichts verändert - aber die CDU werde in der neuen Regierung in Stuttgart eine wichtigere Rolle spielen als vorher. „Ich sehe da jetzt keinen Rückschlag auf Bundesebene“, sagte Söder. Er forderte aber, man müsse nun gemeinsam „maximale Konzentration“ auf das Thema Wirtschaft setzen – denn das Thema Migration sei unter Kontrolle.

© dpa-infocom, dpa:260309-930-791307/1

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.