Mutmaßlicher Mord an Maria Baumer vor Gericht

Acht Jahre nach dem Tod von Maria Baumer muss sich der Ex-Verlobte der jungen Frau aus Muschenried im Landkreis Schwandorf nun vor dem Landgericht Regensburg verantworten.

Maria Baumer.
von Eva-Maria Hinterberger Kontakt Profil

Der Ex-Verlobte von Maria Baumer muss sich ab dem 1. Juli vor Gericht verantworten. Das Landgericht Regensburg gab am Donnerstag in einer Pressemitteilung bekannt, dass die Schwurkammer die Anklage der Staatsanwaltschaft Regensburg im Fall Maria Baumer zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet hat. Vorgeworfen wird dem heute 35 Jahre alten Mann Mord aus Heimtücke und niederen Beweggründen. Prozessbeginn ist am 1. Juli 2020. Bis zum 2. Oktober soll es 25 Verhandlungstage geben. Ob es dann aber tatsächlich ein Urteil geben werde, sei noch unklar, heißt es in der Mitteilung. Das hänge vom Verlauf der Beweisaufnahme ab.

Der Ex-Verlobte von Maria Baumer aus Muschenried im Landkreis Schwandorf steht unter Verdacht, die damals 26-Jährige getötet zu haben. Baumer verschwand Pfingsten 2012 spurlos. Der nun Angeklagte und damalige Verlobte meldete sie wenige Tage später bei der Polizei als vermisst. Eine groß angelegte Suche brachte jedoch keinen Erfolg. Erst im September 2013 fanden Pilzsucher die sterblichen Überreste der jungen Frau in einem Wald bei Bernhardswald im Landkreis Regensburg, wo Baumer unter anderem regelmäßig zum Reiten war. Am Skelett entdeckten die Ermittler Brandkalk. Dieser sollte den Körper zersetzen. Kurz nach dem Fund wurde der damals 28 Jahre alte Verlobte als tatverdächtig festgenommen, zwei Monate später aber wieder freigelassen. Er galt aber weiterhin als Hauptverdächtiger.

Im Dezember 2019 dann die Überraschung: Der ehemalige Verlobte von Baumer wurde aufgrund neuer Erkenntnisse erneut festgenommen. An einem Haarbüschel und einem Kleidungsstück von Maria Baumer wurde das Beruhigungsmittel „Lorazepam“ gefunden. Der Tatverdächtige hatte, so die Ermittler auf einer Pressekonferenz im Dezember 2019, in den Tagen vor Baumers Verschwinden nach den Begriffen „Lorazepam“, „letale Dosis“ und „der perfekte Mord“ gegoogelt. Schon einmal hatte der Krankenpfleger seinen Zugang zu dem Medikament ausgenutzt. 2016 war er verurteilt worden, weil er es 2014 einer Patientin in den Tee gemischt hatte, um sie zu betäuben. Was anschließend geschah, konnte vor Gericht jedoch nicht geklärt werden.

Auch wurde in der Nähe des Leichenfundorts ein Sparten gefunden. Der Angeklagte hatte wenige Tage vor Baumers Verschwinden ein baugleiches Modell gekauft.

Chronologie und weitere Informationen zum Fall Maria Baumer

Regensburg

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