Seit Mitte Oktober befindet sich ein 51-Jähriger in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, in den Jahren 2001 und 2002 insgesamt drei Banküberfälle begangen zu haben. Im Zuge der Ermittlungen im Zusammenhang mit einem Banküberfall in Oberschwappach am 10. Dezember 2001 sicherten Beamte der Kripo Schweinfurt einen Fingerabdruck. Dieser konnte Mitte 2018 vom Bayerischen Landeskriminalamt bei einer „Altfallrecherche“ einem mittlerweile 51-Jährigen zugeordnet werden.
Der ursprünglich aus Oberfranken stammende Mann, dem wegen anderen Eigentumsdelikten eine Freiheitsstrafe drohte, war jedoch offensichtlich über ein Jahrzehnt lang untergetaucht. Es gab laut gemeinsamer Erklärung der Staatsanwaltschaft Bamberg und des Polizeipräsidiums Unterfranken zunächst keinerlei Anhaltspunkte, wo er sich aktuell aufhalten könnte. Es gelang den Beamten der Kripo Schweinfurt, den Gesuchten in Berlin zu lokalisieren. Im weiteren Verlauf konnten ihm Spuren zweifelsfrei zugeordnet werden, die bei weiteren Überfällen gesichert worden waren. Somit erhärtete sich der Verdacht, dass der 51-Jährige für drei Fälle in Unter- und Oberfranken verantwortlich ist.
Aufgrund der neuen Erkenntnisse erwirkte die Staatsanwaltschaft Bamberg einen Haftbefehl gegen den dringend Tatverdächtigen. Am 16. Oktober 2018 griff die Polizei in Berlin zu. "Der 51-Jährige hat inzwischen alle drei Taten vollumfänglich eingeräumt", berichtet Polizeisprecher Björn Schmitt. Er befindet sich nun wegen des dringenden Verdachts der vollendeten bzw. der zweifachen versuchten schweren räuberischen Erpressung in Untersuchungshaft.
Die erste Tat ereignete sich am Abend des 28. September 2001 in einer Bankfiliale im Raum Bad Staffelstein. Der Täter betrat die Zweigstelle Uetzing gegen 17.30 Uhr, bedrohte die Bankangestellten mit einer Schusswaffe und ließ sich in der Folge mehr als 16.000 DM aus einem Tresor aushändigen. Dem Räuber gelang es, samt Beute unerkannt zu entkommen.
Am 10. Dezember 2001 schlug vermutlich derselbe Täter erneut zu – diesmal im Knetzgauer Ortsteil Oberschwappach. Auch in diesem Fall forderte der Bankräuber unter Vorhalt einer Schusswaffe die Herausgabe von Bargeld. Die Bankangestellte glaubte jedoch an einen Scherz und ging nicht auf die Forderung ein. Der Täter brach sein Vorhaben daraufhin ab und machte sich ohne Beute aus dem Staub.
Der dritte und letzte Banküberfall ereignete sich wieder in Oberfranken. Am Mittag des 7. Januar 2002 wollte eine Angestellte ihre Bankfiliale in Trunstadt öffnen, als sie im Vorraum von einem maskierten Mann überrascht wurde. Der Täter bedrohte die Frau mit einer Pistole. Als die Zeugin die Waffe erkannte, rannte sie sofort auf die Straße. Der Maskierte türmte – wieder ohne Beute – zu Fuß in Richtung Ortsmitte. Dort verlor sich seine Spur.













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