04.08.2020 - 15:16 Uhr
NeukirchenDeutschland & Welt

Photovoltaik-Anhänger gegen Solarpflicht

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Peter Achatzi und Siegfried Schröpf sind regionale Vorkämpfer der Energiewende. Politisch setzen Neukirchens Bürgermeister und der Amberger Solar-Unternehmer auf Freiwilligkeit.

Peter Achatzi (links) und Siegfried Schröpf begeistern sich für die regionale Energiewende.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Die Solar-Initiative des Ministerpräsidenten hat der Branche neuen Auftrieb gegeben. "Wir erleben heuer das erste Jahr mit weit über 50 Prozent regenerativer Energien", sagt Siegfried Schröpf, Geschäftsführer von Grammer Solar. "Ich gehe davon aus, dass diese zweite Welle nachhaltig ist, die Energiekonzerne haben genügend Geld für die Kohlestilllegung bekommen."

Auch wenn die erneuerbaren Vorfahrt im Netz genössen, rechne er nicht mehr mit deren erbitterten Widerstand wie zu Beginn der Energiewende. "Der oft beschworene Blackout blieb aus, die Netze sind durch den Ausbau der Mittelspannungsnetze noch stabiler."

Amberg hat eine Solarpflicht

Neukirchen geht autark voran

Neukirchen

Dennoch ist Schröpf kein Freund von Markus Söders Solarpflicht: "Amberg hat bereits eine", verweist er auf erste Erfahrungen. "Dann kann es auch einen Verpflichtungskatalog geben, der so formuliert ist, dass man kaum mehr eine rentable Solaranlage bauen kann." Mit der Amberger Verwaltung habe sich vieles vernünftig und konstruktiv regeln lassen. "Ich möchte aber nicht wissen, wie das mit einem Bundesministerium in Berlin gelaufen wäre.", sagt Schröpf

Auch Neukirchens neuer Bürgermeister Peter Achatzi setzt auf Freiwilligkeit. "Als Kommune haben wir Vorbildcharakter", sagt der CSU-Politiker, "auf dem Rathausdach und der Turnhalle haben wir eine PV-Anlage, auf die Kinderkrippe kommt eine drauf." Die Ladesäule für Elektro-Autos beim Rathaus habe er noch als CSU-Fraktionschef auf den Weg gebracht.

„Als Kommune haben wir Vorbildcharakter.“

Peter Achatzi

Peter Achatzi

Push durch Landkreis-Aktion

Nach der Sanierung oder dem Neubau der Schule will der frühere Fachlehrer an der Krötenseeschule den Schülern den Nutzen der Energiewende vor Augen führen: "Wenn die Kinder am Zähler sehen, was da vom Dach eingespeist wird, kann man das anschaulicher im Unterricht einbauen."

Beide Solar-Anhänger wollen überzeugen statt sanktionieren: "Die Landkreisaktion hat in der solaren Flaute einen wahnsinnigen Push gegeben", nennt er ein positives Beispiel. "Weil sie verunsicherte Hausbesitzer aufklärte."

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