Bio-Brauerei Lammsbräu trotzt der Corona-Krise

Mitten in der Corona-Pandemie steigerte Bio-Pionier Neumarkter Lammsbräu seinen Umsatz um rund 10 Prozent auf 31,8 Millionen Euro. Der Bier-Absatz wuchs trotz Lockdown und geschlossener Wirtshäuser um 7,23 Prozent.

Lammsbräu-Inhaber Johannes Ehrnsperger ist zufrieden mit der Jahresbilanz.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Trotz Corona konnte der Neumarkter Lammsbräu seinen Umsatz im vergangenen Jahr um rund 10 Prozent auf 31,8 Millionen Euro steigern (2019: 28,9 Millionen Euro). Das Oberpfälzer Traditionsunternehmen steigerte ungeachtet des dramatisch schrumpfenden Biermarktes seinen Bier-Absatz um 7,23 Prozent auf rund 108.674 Hektoliter (2019: 101.346 Hektoliter). Bei alkoholfreien Getränken legten die Oberpfälzer um 3,32 Prozent auf rund 161.386 Hektoliter zu (2019: 156.198 Hektoliter). Insgesamt verkaufte Lammsbräu 2020 270.061 Hektoliter Getränke (2019: 257.544 Hektoliter).

„Auch für uns ist mit den Corona-bedingten Einschränkungen in der Gastronomie und der Absage der Volksfeste 2020 nicht nur ein Vertriebskanal weggefallen“, sagt Inhaber und Geschäftsführer Johannes Ehrnsperger. Den Absatzrückgang habe man mit einer sehr positiven Entwicklung im Handel mehr als ausgleichen können. Die Zahlen belegten: „Der von uns seit über vier Jahrzehnten verfolgte Ansatz, auf Bio, Nachhaltigkeit und größtmögliche Regionalität zu setzten, überzeugt in seiner Konsequenz immer mehr Menschen.“

Doppelter Preisträger

Mit seiner Erzeugergemeinschaft für Ökologische Braurohstoffe (EZÖB) konnte Lammsbräu allein im letzten Jahr 13 weitere konventionelle Landwirte in der Region überzeugen, auf eine wirklich enkeltaugliche Landwirtschaft ohne Kunstdünger, Pestizide und Co. umzustellen. Insgesamt bewirtschaften damit schon 170 EZÖB-Landwirte rund 6600 Hektar Oberpfälzer Äcker rein ökologisch. Die regionale und nachhaltige Ausrichtung des Unternehmens wurde in 2020 auch überregional gewürdigt: Das Familienunternehmen gewann den CSR-Preis der Bundesregierung in der Kategorie „Unternehmen bis 249 Beschäftigte“ sowie den Preis „Mein gutes Beispiel“ der Bertelsmann-Stiftung in der Kategorie „Starke Regionen – Starke Gemeinschaft“.

Der Erfolg schlägt sich auch baulich nieder: Im Frühjahr 2020 wurde das neue Logistikzentrum Blomenhof fertiggestellt. Im Jahresverlauf begannen die Bauarbeiten an einer weiteren Logistikhalle auf dem Brauereihof sowie an Lammsbräus „100 Prozent Bio-Mälzerei“ mit einer Kapazität von 4500 Tonnen Malz - Grundlage für 10.000 Hektar Ökolandbau in der Region. Beide Bauvorhaben sollen im Spätsommer 2021 fertiggestellt sein. Dazu kommt eine Erweiterung der Gär- und Lagerkapazität durch elf weitere Outdoortanks mit einer Gesamtkapazität von 10.000 Hektoliter sowie der Bau einer ressourcensparenden Abfüllanlage mit einer Leistung von 17.000 Flaschen pro Stunde (voraussichtliche Fertigstellung Frühjahr 2022).

Andere Brauereien hoffen auf Staatshilfen

München
Info:

Geschichte des Lammsbräu

  • 1628: Erste urkundliche Erwähnung von Brauerei und Gasthof „Zum Goldenen Lamm“ in
    Neumarkt in der Oberpfalz
  • 1800: Familie Ehrnsperger erwirbt die Brauerei und ist bis heute Alleineigentümer
  • 1977: Zielsetzung eines ökologischen Unternehmens wird definiert und in den Folgejahren
    umgesetzt
  • 1987: Das erste Lammsbräu-Bio-Bier kommt auf den Markt
  • 1989: Gründung der Erzeugergemeinschaft für ökologische Braurohstoffe (EZÖB)
  • 1992: Als erste Brauerei in Europa Zertifizierung nach der EG Bio-Verordnung
  • 1995: Das gesamte Sortiment ist auf 100 Prozent Bio umgestellt
  • 2009: Markteinführung Bio-Limonade now
  • 2011: Absatz nichtalkoholischer Getränke übertrifft erstmals den Bierabsatz
  • 2018: Johannes Ehrnsperger steigt mit in die Geschäftsführung des Familienunternehmens
    ein
  • 2019: Mit Inhaber Johannes Ehrnsperger übernimmt die 7. Generation der Familie Ehrnsperger
    die alleinige Unternehmensführung
  • 2019: Auftakt zu umfangreichen Bau- und Modernisierungsmaßnahmen, inklusive Neugestaltung
    der hauseigenen 100%-Bio-Mälzerei (Fertigstellung: Spätsommer 2021, künftige
    Kapazität: ca. 4500 t Malz, das entspricht der Kapazität von rund 10.000 ha im regionalen
    Bio-Landbau).
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