13.08.2018 - 16:39 Uhr
NittenauDeutschland & Welt

Beifahrer von Kugel getötet: Ermittlungen bei Jägern

Plötzlich sackte der 47-Jährige zusammen: Ein Projektil hat den Beifahrer eines Autos am Sonntagvormittag auf der Bundesstraße 16 getroffen und tödlich verletzt. Die Ermittlungen konzentrieren sich laut Polizei aktuell auf Jäger.

Die Ermittlungen konzentrieren sich laut Polizei aktuell auf Jäger.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Es müssen dramatische Sekunden gewesen sein. Ein 61-jähriger Regensburger steuerte seinen "Kia" am Sonntag gegen 10.10 Uhr Richtung Nittenau (Kreis Schwandorf), auf dem Beifahrersitz ein 47-Jähriger, ebenfalls aus Regensburg. Plötzlich, kurz vor der Ausfahrt nach Nittenau, zerbarst nach Mitteilung der Polizei die rechte Seitenscheibe des Wagens und der Beifahrer sackte zusammen. . Der 47-jährige Beifahrer erlag wenig später seinen Verletzungen. "Derzeit gehen die Ermittler der Kriminalpolizeiinspektion Amberg davon aus, dass der Mann von einem Projektil getroffen wurde", sagte Oberkommissar Andreas Weidauer von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberpfalz am Montagvormittag. Die Obduktion am frühen Nachmittag bestätigte den Verdacht: "Der Mann ist durch ein Projektil gestorben", sagte Polizeisprecher Albert Brück der Redaktion. Nähere Angaben könne er nicht machen.

Vor der Feuerwache

Unmittelbar nach dem Unglück am Sonntag steuerte der 61-Jährige seinen Wagen von der Bundesstraße, kümmerte sich um seinen Beifahrer und verständigte den Rettungsdienst. Der 61-Jährige hielt vor der Wache der Stützpunktfeuerwehr im Stadtteil Bergham an. Die Helfer eilten herbei und versuchten alles, konnten den 47-Jährigen aber nicht mehr retten. Der 61-Jährige blieb körperlich unverletzt, dürfte aber einen Schock davongetragen haben.

Die Polizei Burglengenfeld war im Einsatz, das Fachkommissariat K 1 (Todesfallermittlungen und Spurensicherung) der Kriminalpolizei Amberg übernahm nach der Mitteilung laut Weidauer umgehend die Ermittlungen, um die genauen Umstände zu klären. "Nach den ersten Feststellungen könnte der Verstorbene von einem Projektil getroffen worden sein", teilte Weidauer am Montag mit. Genauere Erkenntnisse lieferte die rechtsmedizinische Untersuchung am frühen Montagnachmittag. Demnach steht fest, dass die tödlichen Verletzungen des 47-Jährigen von einem Projektil stammen. Ob das Projektil bereits gefunden wurde, sagte Weidauer vormittags nicht. Jedenfalls hätten die Amberger Ermittler aufgrund der bisher unklaren Situation einen Schusssachverständigen des Bayerischen Landeskriminalamtes hinzugezogen. Möglicherweise kann das Projektil einer Waffe zugeordnet werden.

Ein 47-Jähriger ist als Beifahrer in einem Auto zusammengesackt und verstorben

Nittenau

Hubschrauber eingesetzt

Während des Vorfalles wurde laut Polizei im Bereich Nittenau eine Jagd ausgerichtet. Deshalb konzentrierten sich die Überprüfungen aktuell auf die Jäger, die am Sonntagvormittag an der Jagd teilgenommen haben, berichtete die Polizei. Ob möglicherweise eine verirrte Kugel den Beifahrer getroffen hat, ist noch völlig offen. Nach Informationen der Oberpfalz-Medien dauerten die Ermittlungen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Amberg noch am Sonntag bis in die späten Abendstunden. Das Auto wurde sichergestellt und abgeschleppt. Auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz, damit sich die Ermittler ein Bild von der Örtlichkeit machen konnten, an der nach Angaben des Fahrers die Scheibe zerbarst.

Nach Informationen der Oberpfalz-Medien waren der 61-Jährige und sein Beifahrer auf dem Weg zum Flugplatz Bruck/Nittenau. Auf dem Flugfeld richtete der AC Nittenau am Sonntag einen Automobilslalom aus. Sportkameraden der Beiden zeigten sich erschüttert von dem Vorfall. Noch am Sonntag hatte sich die Polizei zu dem Vorfall noch bedeckt gehalten. Allerdings hatte das Unglück in Nittenau für einiges Aufsehen gesorgt. Schon am Sonntag war in gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen von einem möglichen Jagdunfall die Rede. Sollte sich das bestätigen, ist wohl von einem äußerst tragischen Unglück auszugehen. Die Kriminalpolizei ermittle allerdings in alle Richtungen, so Weidauer.

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