23.08.2018 - 15:49 Uhr
Deutschland & Welt

"NPD nur noch ein Schatten"

Zu wenig Personal und Geld: Die NPD tritt nicht bei der Landtagswahl 2018 an. Verschwunden ist sie aus Bayern aber nicht, mahnen die Experten.

Die NPD tritt in Bayern 2018 nicht bei der Landtagswahl an.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

(msh) Die NPD steht bei der Landtagswahl 2018 nicht auf dem Wahlzettel. Dabei schnitt die Partei doch 2013 in der Oberpfalz für ihre Verhältnisse recht gut ab. In Weiden bekam sie sogar 2,1 Prozent bei den Erststimmen und 1,7 Prozent der Zweitstimmen - Spitzenwert in der Oberpfalz. Warum tritt die NPD also 2018 in Bayern gar nicht mehr an?

Insgesamt reichte es in Bayern 2013 am Ende doch nur zu 0,6 Prozent. "Die Partei kam daher nicht in den Genuss der Wahlkampfkostenerstattung", erklärt Jan Nowak von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus in Bayern. "Für die anstehende Landtagswahl haben sie auch keine Unterschriften gesammelt, um finanzielle Unterstützung zu bekommen", fügt Rechtsextremismus-Experte Thomas Witzgall an.

Zweiter Grund ist das fehlende Personal der Bayern NPD. Die Partei verliere ihre Anhänger, erklärt Nowak. "Inzwischen bedient die AfD die ehemaligen NPD-Wähler. Die finden sich in einigen Themen der AfD gut vertreten. Zudem schließen sich die Jüngeren eher der Partei 'Der III. Weg' an", analysiert er. Die NPD bediene ihr übriges Klientel in Bayern inzwischen meist nur noch über die Sozialen Medien, sagt Witzgall.

Durch den Erfolg der AfD sei innerhalb der NPD außerdem eine Diskussion darüber ausgebrochen, ob es im Moment überhaupt sinnvoll ist, bei Wahlen anzutreten, sagt Nowak. Hier sei die Partei gespalten. Einerseits vertrete die AfD einige Kernthemen der NPD. Andererseits werfen die Nationaldemokraten der AfD vor, abzukupfern. "Deswegen versucht die NPD sie auf eine Stufe mit den anderen Parteien zu stellen und sagt, dass die AfD keine echte Alternative ist", erklärt Witzgall.

Dass die NPD in den nächsten Jahren vollständig von der Bildfläche verschwindet, glaubt aber keiner der beiden Experten. "Die NPD ist nur noch ein Schatten früherer Tage. Im Moment ist sie ein totes Pferd, das niemand reiten will", sagt Witzgall. Nowak mahnt vor voreiligen Schlüssen: "Die NPD war schon oft totgesagt. Sie ist es gewohnt, Durststrecken durchzuhalten."

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