Nürnberg
26.09.2018 - 14:47 Uhr

Absurdität und liebevolle Lächerlichkeit

Das Staatstheater Nürnberg eröffnet die neue Spielzeit am kommenden Wochenende mit fünf Premieren. Erstmals in Nürnberg zu sehen ist unter anderem Sergei Sergejewitsch Prokofjews Oper "Krieg und Frieden".

„Die Möwe“ flattert über die Nürnberger Bühne (von links): Es spielen Ulrike Arnold (als Arkadina), Pauline Kästner (als Nina), Stephanie Leue (als Polina) und Thomas Nunner (als Sorin). Bild: Staatstheater Nürnberg/Konrad Fersterer
„Die Möwe“ flattert über die Nürnberger Bühne (von links): Es spielen Ulrike Arnold (als Arkadina), Pauline Kästner (als Nina), Stephanie Leue (als Polina) und Thomas Nunner (als Sorin).

"Wir wollen das Publikum unterhalten - auch mit schwierigen Stoffen", sagt Jens-Daniel Herzog bei der Vorstellung des Programms für 2018/2019. Der neue Intendant des Nürnberger Staatstheaters und Chef der Opern-Sparte setzt in der kommenden Saison auf einen Mix aus Klassikern und modernen Stücken. Einen ersten Eindruck erhält das Publikum am Wochenende.

Ob bei den fünf Premieren, bei Publikumsgespräch oder Theaterfrühstück - Ziel ist: "der rege Austausch mit dem Publikum und das gegenseitige Kennenlernen", unterstreicht Herzog.

Der Meister des Absurden

In seiner Eröffnungsinszenierung "Ein Stein fing Feuer"(Donnerstag, 27. September, 19.30 Uhr) setzt sich der neue Schauspieldirektor Jan Philipp Gloger im Schauspielhaus mit den bedeutendsten dramatischen Werken von Eugène Ionesco auseinander, darunter "Die kahle Sängerin" und "Die Unterrichtsstunde". Die Stücke des Meisters des Absurden sind schreiend komische, bitterböse Kämpfe um den Anspruch auf Macht, Wissen und Wahrheit.

Der international gefragte Künstler Boris Nikitin erkundet in seinen Arbeiten die Grenze zwischen Realität und Fiktion. In seiner Uraufführung "Aufführung einer gefälschten Predigt über das Sterben"(Freitag, 28. September, 19.30 Uhr) bei den Kammerspielen nimmt er das Format der evangelikalen Predigt zum Ausgangspunkt. Gemeinsam mit einem Schauspieler, einem Performer und zwei Gospelchören aus der Region geht er der Frage nach, wie Verletzlichkeit zur Fähigkeit werden kann und das Ende zu einem Anfang.

Vereinige Vergangenheiten

Die neue Hausregisseurin Anne Lenk spürt in ihrer Inszenierung von Anton Tschechows "Die Möwe"(Samstag, 29. September, 19.30 Uhr) im Schauspielhaus liebevoll der Lächerlichkeit der Figuren nach und zeigt sie zwischen Armseligkeit und hehren Zielen in all ihrer misslingenden Menschlichkeit. Am Tag darauf folgt die Uraufführung von "Das Kabinett der vereinigten Vergangenheiten"(Sonntag, 30. September, 15.30 Uhr) durch das Künstler-Kollektiv "geheimagentur".

Den Abschluss des Eröffnungswochenendes bildet Prokofjews monumentale Oper "Krieg und Frieden"(Sonntag, 30. September, 18 Uhr). In insgesamt mehr als 50 Rollen ist nahezu das gesamte neue Opernensemble zu erleben. Hinzu kommen Sänger des Internationalen Opernstudios und des Opernchores. Inszeniert hat Staatsintendant Jens-Daniel Herzog, für die musikalische Begleitung sorgt Generalmusikdirektorin Joana Mallwitz. Ein selten gespieltes, eindrucksvolles Werk des 20. Jahrhunderts, das erstmals in Nürnberg zu sehen ist.Termine und Informationen: www.staatstheater-nuernberg.de

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