08.07.2020 - 14:30 Uhr
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Dreiste Anrufer: So gehen Sie mit Telefon-Betrügern um

Die Betrugs-Masche am Telefon ist berüchtigt. Immer wieder schaffen es dreiste Anrufer, unvorsichtigen Opfern Abonnements unterzujubeln oder Kontodaten zu entlocken. Schon das Wörtchen "Ja" kann gefährlich sein.

Im Umgang mit betrügerischen Anrufern ist höchste Vorsicht geboten. Schon das Wörtchen "Ja" kann gefährlich sein.
von Florian Bindl Kontakt Profil

Die Wege, die Telefon-Betrüger finden, um Abonnements oder Verträge abzuschließen, sind zahlreich. Immer wieder gelingt es ihnen, Menschen damit hereinzulegen. In Nürnberg haben Trickbetrüger über heimliche Telefonmitschnitte versucht, einen Rentner aus Nürnberg um sein Geld zu bringen. Die Täter riefen den Mann immer wieder an und versuchten ihn zum Abschluss einer Lotterie zu bewegen, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.

Zwar sei der 79-Jährige darauf nicht eingegangen, seine Antworten aus zahlreichen Gesprächen schnitten die Betrüger jedoch so zusammen, dass das Produkt wie der Abschluss eines Geschäftes klang. Unter anderem nutzten die Kriminellen das von dem Mann mehrmals in anderem Zusammenhang ausgesprochene Wort "Ja". Am Ende wirkte der Zusammenschnitt wie ein Vertragsabschluss. Man werde nun monatlich 69 Euro von seinem Konto einziehen, hieß es. Der Mann stellte Strafanzeige. Nun ermittelt die Polizei.

Die Ermittler raten, sich am Telefon nicht mit dem Wörtchen "Ja" zu melden, um den Betrügern gar nicht erst Gelegenheit zu einer gefälschten Zusage zu bieten. Auf Fragen wie "Hören Sie mich?" sei ebenfalls "Ich kann Sie hören" die bessere Antwort.

Diese Seniorin handelte genau richtig.

Amberg
Tipps:

Hinweise der Polizei

In aller Regel ist es das Ziel unbekannter Anrufer, einen Vertragsabschluss zu erreichen. Sie wollen an persönliche Daten, insbesondere Kontonummern herankommen, um dann regelmäßige Überweisungen zu forcieren. Es gilt deshalb, am Telefon äußerste Vorsicht walten zu lassen. Die Polizei rät:

  • Gehen Sie nicht auf Telefonate ein, die Sie ungewollt erhalten. Legen Sie einfach den Hörer auf.
  • Lassen Sie sich nicht zu telefonischen Geschäftsabschlüssen drängen, die Sie weder wollen noch brauchen.
  • Geben Sie niemals Ihre Kontonummer preis, wenn Sie den Gesprächspartner nicht kennen.
  • Nutzen Sie die Möglichkeiten Ihrer Telefonanlage oder Ihres Telefonanbieters zum Sperren unliebsamer Anrufe.
  • Erhalten Sie unerlaubte Werbeanrufe, notieren Sie sich Datum, Uhrzeit und Grund des Anrufs sowie Namen, Unternehmen und Rufnummer des Anrufers.
  • Am Telefon abgeschlossene Verträge sind gültig. Wenn Sie eine Auftragsbestätigung erhalten, obwohl Sie lediglich der Zusendung von Informationsmaterial zugestimmt haben, widerrufen Sie umgehend und zwar schriftlich, am besten per Einschreiben.
  • Erstatten Sie Strafanzeige, wenn Sie am Telefon betrogen wurden.
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