11.02.2019 - 15:51 Uhr
NürnbergDeutschland & Welt

Spurensuche im klingenden Labyrinth

Mit einer Weiterentwicklung und einem modifizierten Namen stellt sich Moritz Puschke als neuer Künstlerischer Leiter des 68. Musikfests ION vor. Tradition, Gegenwart und Zukunft spiegeln sich im neuen Namen und im Motto "Spuren" wieder.

Der Kulturunternehmer und Musiker Moritz Puschke lenkt nun die Geschicke der ION. Bei einer Pressekonferenz stellte er das Programm für 2019 vor, das unter dem Motto "Spuren" steht.
von Günter KuschProfil

Er ist Pfarrerssohn, Freund der Ökumene und leidenschaftlicher Musiker. Viele Jahre wirkte er als Dramaturg und Musikmanager am Bremer Dom und beschäftigte sich intensiv mit sakraler Musik. Er organisierte verschiedene Festivals wie die Bremer-Bach-Wochen und Deutsche Chorfeste. Moritz Puschke ist Mitglied im Präsidium des Deutschen Musikrats und im künstlerischen Beirat des Deutschen Chorwettbewerbs. Bei einer Pressekonferenz stellte der neue Künstlerische Leiter das 68. Musikfest ION vor, das unter dem Titel "Spuren" steht und vom 28. Juni bis 13. Juli dauert.

Mit dem neuem Namen "Musikfest" und der zeitlichen Verlängerung des Festivals auf 14 Tage will Puschke mehr Zeit für Experimente und für die Orgel gewinnen. Er habe sich damals beworben, "weil Nürnberg wunderbare Kirchen in Fußnähe besitzt und er sich darauf gefreut hat, diese Schätze zu bespielen." Menschen suchten heutzutage nach Sinn, Spiritualität und gemeinschaftsstiftenden Erfahrungen, unterstreicht der 47-Jährige. Da dem gelernten Pädagogen die musikalische Bildung am Herzen liegt, startet das Musikfest am 28. Juni um 15 Uhr in St. Lorenz mit 250 Grundschülern aus Nürnberg, die ein eigenes Konzert "SingBach" bestreiten. Am gleichen Abend verwandelt die schon traditionelle IONacht die Innenstadtkirchen in ein klingendes Labyrinth mit Musik aus mehreren Jahrhunderten.

Zentrum des 68. Musikfests ION bilden festliche Konzerte mit herausragenden Künstlern. Am 29. Juni um 20 Uhr interpretieren namhafte Solisten, Dresdner Kammerchor & das Instrumentalensemble unter Leitung von Hans-Christoph Rademann in St. Sebald die "Psalmen Davids" von Heinrich Schütz. Unter dem Titel "Pilgermusik - Pilgernde Musik" bringt das britische Vokalensemble VOCES8 am 30. Juni um 20 Uhr in der Egidienkirche A-capella-Werke von der Renaissance bis zur Moderne. Und mitten in den revolutionären Sturm der "Glorious Revolution" England 1688/89 begeben sich die Sopranistin Anna Prohaska, Bariton Nikolay Borchev und das La Folia Barockorchester mit Werken von Henry Purcell am 1. Juli um 19 Uhr im Historischen Rathaussaal.

Nach der "Johannespassion" von Bach, am 6. Juli um 20 Uhr in St. Johannis erklingt am 7. Juli um 17 Uhr in St. Lorenz Mendelssohns "Elias", interpretiert vom Kammerchor und von der Klassischen Philharmonie Stuttgart. Ausflüge in die Moderne versprechen die Uraufführung "Davny - Vom Hören der Zeit" für Orgel, Live-Elektronik und Video am 4. Juli um 20 Uhr in St. Martha und das Konzert von Windsbacher Knabenchor und Perkussionisten Simone Rubino am 8. Juli um 20 Uhr in St. Sebald. Den Abschluss des Festivals bildet dann Benjamin Brittens "War Requiem" am 13. Juli in der Meistersingerhalle. Unter Leitung von Joana Mallwitz musizieren Philharmonischer Chor, Opernchor des Staatstheaters, Hans-Sachs-Chor, Lehrergesangverein, Tölzer Knabenchor und Staatsphilharmonie Nürnberg.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.musikfest-ion.de

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