25.02.2020 - 16:03 Uhr
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Angst vor Coronavirus: "Ibuprofen" könnte knapp werden

Mit Spannung blicken Apotheker nach Fernost: Durch die Schutzmaßnahmen in der vom Coronavirus betroffenen Provinz Hubei könnte es zu Lieferengpässen bei Medikamenten kommen. Probleme gibt es bereits bei Mundschutz und Atemschutzmasken.

Die Wirkstoffe vieler hier gebräuchlicher Medikamente kommen aus chinesischen Provinz Hubei, die vom Coronavirus besonders betroffen ist.
von doa Kontakt Profil

Das Schmerzmittel "Ibuprofen" aber auch viele handelsübliche Antibiotika könnten – so lauten Befürchtungen – Mangelware in heimischen Apotheken werden, je nachdem wie lange die angespannte Situation in China, besonders in der betroffenen Provinz Hubei, noch besteht. Denn von dort stammen entweder Bestandteile dieser Präparate oder die Produktion wird dort abgewickelt. Experten geben aber Entwarnung.

Kurze Ausfälle können überbrückt werden

Aktuell ist die Lieferkette aber noch nicht beeinträchtigt, ist Heike Übler von der Amberger Rosen-Apotheke optimistisch. "Diese kurzen Ausfälle können problemlos überbrückt werden." Gleiches bestätigt auch Jutta Rewitzer von der Stadtapotheke in Furth im Wald: "Probleme bei der Lieferung bestimmter Medikamente, etwa von Blutdruckmitteln, gibt es schon seit zwei Jahren und das hängt aber nicht mit dem Coronavirus zusammen." Wenn in den chinesischen Werken die Produktion in zwei bis drei Wochen wieder reibungslos funktioniert, wird der Ausfall hierzulande keine spürbaren Auswirkungen haben, aber: "Wenn dieser Zustand noch drei Monate andauert, dann könnte es eng werden", weiß die Expertin. Vieles sei im Moment zwar reine "Kaffeesatzleserei", dennoch müsse man die Situation "genau beobachten".

"Müssen die kommenden Monate abwarten"

Allgemeine Lieferschwierigkeiten beobachtet Ingrid Popp von der Viscardi Apotheke im Freystädter Ärztehaus nur bei Mundschutz und Atemschutzmasken. Diese seien aktuell sehr gefragt, "obwohl es in Deutschland praktisch keinen Ansteckungsgefahr mit dem Coranvirus gibt." Akuter sei hierzulande eher eine Infektion mit Influenza-Viren. Was die Situation in China angeht, so müsse man die kommenden Monate abwarten. Diese Einschätzung teilt auch die Apothekerin Anja Birkner aus Tirschenreuth: "Das kann schon noch dauern, bis es hier zu spürbaren Folgen kommt."

Ein Oberpfälzer beschreibt die Situation in China

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Laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gibt es aktuell keine Hinweise, dass es hierzulande zu Einschränkungen in der Arzneimittelversorgung kommt.

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