13.01.2019 - 19:14 Uhr
OberpfalzDeutschland & Welt

Hunderte Oberpfälzer helfen in Schneegebieten

Die nächsten Tage werden sie vor allem eins tun: Schneeschaufeln. Rund 100 Feuerwehrleute aus Amberg und Amberg-Sulzbach sind Richtung Berchtesgaden aufgebrochen. Im Krisengebiet sind zudem Dutzende THW-Helfer aus der Oberpfalz im Einsatz.

Dutzende THW-Helfer aus der Oberpfalz helfen in Südbayern.
von Redaktion OnetzProfil

Amberg/Weiden. 16 Fahrzeuge aus den Reihen der Feuerwehren im Landkreis Amberg-Sulzbach, zwei aus Amberg und zwei von der Lagerfeuerwehr Grafenwöhr brachen am Sonntag um 13 Uhr auf. Verantwortliche des Katastrophenschutzes im Landkreis verabschiedeten das Einsatz-Kontingent auf dem Dultplatz. Ein Vorkommando unter Leitung des Amberg-Sulzbacher Kreisbrandinspektors Hubert Blödt war zu diesem Zeitpunkt schon kurz hinter München, um die nachfolgenden Kollegen später einweisen zu können.

Nach den enormen Schneefällen im Süden Bayerns, die die dortigen Rettungskräfte schon seit vergangener Woche in Atem halten, hatten die Oberbayern um Verstärkung gebeten: Diese kommt jetzt aus der Oberpfalz mit Kräften aus Regensburg und dem Amberg-Sulzbacher Land. Rund 100 Aktive sollen bis Mittwoch ihre Kollegen im Raum Berchtesgaden unterstützen - vor allem beim Räumen der Dächer, auf denen sich der Schnee inzwischen gefährlich hoch türmt.

Ebenfalls im Einsatz sind Helfer von Technischem Hilfswerk (THW) und Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Wie das Technische Hilfswerk mitteilt, sind in den oberbayrischen Katastrophengebieten rund 1000 THW-Mitglieder im Einsatz. Darunter sind unter anderen 37 Einsatzkräfte aus Schwandorf, Nabburg und Oberviechtach, die im Berchtesgadener Land und im Werdenfelser Land eingesetzt sind, sowie 20 Mitglieder der Ortsgruppe Weiden. Diese mussten auch schon erfahren, dass dieser Einsatz nicht ganz ungefährlich ist. Eine Eislawine löste sich von einer Brücke und durchschlug die Frontscheibe eines Einsatzfahrzeugs. "Ich bin ja Schnee gewöhnt, aber solche Massen habe ich auch noch nicht gesehen", sagte der Weidener Ortsbeauftragte Andreas Duschner, der den Koordinierungsstab in München unterstützt.

Daheim in der Oberpfalz hatte derweil die Polizei einiges zu tun. Allein am Samstag zählte das Präsidium Oberpfalz über 90 Verkehrsunfällemit 31 Verletzten. Auf der A6 schlitterte bei Wernberg eine Frau (40) aus Madagaskar mit einem Pkw mit französischer Zulassung in die Leitplanke. Sie hatte keine Winterreifen aufgezogen. Ein tschechischer Sattelzug stellte sich bei Nabburg quer und krachte in beide Leitplanken. Der Schaden: über 100 000 Euro. Im Landkreis Neustadt/WN überschlug sich ein 27-Jähriger mit seinem VW Polo und blieb auf dem Dach liegen.

Zudem zählten die Beamten mehr als 100 Einsätze wegen umgestürzter Bäume. In vier Fällen kam es deshalb zu Unfällen. Teilweise mussten Straßen gesperrt werden. Im Landkreis Neumarkt stürzte ein Baum auf eine Oberleitung und fing Feuer. Probleme bereiteten desweiteren viele Lastwagen, die sich an Steigungen festgefahren hatten.

Amberg
Weiden in der Oberpfalz
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