07.05.2021 - 17:55 Uhr
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Impfen beim Hausarzt: "Die Lage ändert sich wöchentlich"

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Allmählich nimmt die Impfkampagne gegen Corona in Deutschland Fahrt auf. Die Beteiligung der Hausärzte hat daran großen Anteil. Es gibt aber noch Verbesserungspotenzial.

Die bayerischen Hausärzte haben bereits über eine Million Impfungen gegen Corona verabreicht. Sie sehen aber noch viel Luft nach oben.
von Gabriele Weiß Kontakt Profil

Am Mittwoch, 5. Mai, war es so weit: Die Zahl der Corona-Schutzimpfungen in bayerischen Arztpraxen überschritt die Millionen-Marke. Dies teilt die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) in München mit. Allein am Dienstag hätten niedergelassene Ärzte 81.495 Menschen geimpft. Laut KVB beteiligen sich bereits mehr als 6800 Praxen und damit rund 10.000 Ärztinnen und Ärzte an der Impfkampagne. Doch es gibt einen Wermutstropfen - die Knappheit der zur Verfügung stehenden Impfstoffe.

Menge stark reglementiert

Noch sei die vom Bund vorgegebene Bestellmenge stark reglementiert und es sei nicht gewährleistet, dass jede Praxis das von ihr in der Vorwoche bei der Apotheke georderte Kontingent auch wirklich in vollem Umfang erhält, schreibt die KVB in ihrer Pressemitteilung. Thorsten Fricke, Sprecher des Bayerischen Hausärzteverbandes, ist sich des Problems bewusst, gibt sich zugleich aber optimistisch. "Die Lage ändert sich von Woche zu Woche", sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. "Aber es kommt immer mehr Impfstoff dazu."

Nicht jeder Arzt erhalte so viel Impfstoff, wie er bestellt habe, räumt Fricke ein - "doch es gibt jetzt ja keinen kompletten Liefer-Lockdown". Die bayerischen Hausärzte forderten vor allem größere Planbarkeit und dass alle zugelassenen Impfstoffe in den Praxen zur Verfügung stehen. Fricke erklärt: Es könne zum Beispiel sein, dass Patienten eine Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca ablehnten - "das kommt vereinzelt vor". Der Impfstoff bleibe dann zwar nicht ungenutzt liegen, weil sofort andere Patienten nachbesetzt würden. "Aber es ist halt alles sehr beratungsintensiv." Die Ärzte wenden also unter Umständen viel Zeit auf, ohne den Patienten letztlich impfen zu können.

Fast drei Millionen Dosen

Das Bundesgesundheitsministerium geht davon aus, in der Woche vom 10. bis 14. Mai insgesamt 1626300 Dosen des Impfstoffs von Biontech und 1339200 Dosen des Impfstoffs von Astrazeneca, also insgesamt 2965500 Dosen, an niedergelassene Ärzte ausliefern zu können. Ab Juni sollen auch Betriebsärzte mitimpfen. Dann erhöhen sich nach der Prognose des Ministeriums allein die Liefermengen von Biontech von rund 3,4 Millionen in Kalenderwoche 22 auf bis zu 3,7 Millionen Dosen in Kalenderwoche 26. Für andere Hersteller liegen noch keine Daten vor.

So bewertete der Bezirksvorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes die Situation nach den ersten zwei Wochen.

Lappersdorf
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