Oberpfalz
19.02.2026 - 14:47 Uhr

OTon: Winter nur vom Fenster aus

Die kalten, dunklen Wintermonate sind für die Volontärin Jasmin Bauer einfach nichts. Das merkt sie jeden Winter aufs Neue. Umso mehr freut sie sich auf die wärmeren Jahreszeiten.

Volontärin Jasmin findet die Winterlandschaft zwar schön, freut sich aber trotzdem schon auf die wärmere Zeit im Jahr. Symbolbild: Matthias Bein/dpa
Volontärin Jasmin findet die Winterlandschaft zwar schön, freut sich aber trotzdem schon auf die wärmere Zeit im Jahr.

Vor wenigen Wochen war die Landschaft um mich herum komplett weiß. Wenn ich vor meine Haustür ging, sah ich Schneeberge, die fast so groß waren wie ich. Unsere Straße, durch die normalerweise locker zwei Autos aneinander vorbeikommen, war vor lauter Schnee so schmal, dass gerade noch ein Auto durchpasste. Eigentlich ist hier kaum Verkehr – und trotzdem musste ich vor ein paar Wochen mehrmals wieder in unsere Einfahrt zurückfahren, weil mir jemand entgegenkam. Obwohl ich eigentlich nur mit meinem Auto aus unserer Straße raus wollte.

Spätestens dann merke ich: Der Winter ist einfach nichts für mich. Ich vermisse freie Straßen, Wärme und die Sonne, die nicht nur zwischen 9 und 17 Uhr scheint. Ich vermisse es, draußen einen Kaffee zu trinken, ohne dass er nach zwei Minuten kalt ist. Ich vermisse Sonnenuntergänge an der frischen Luft – nicht durch dicke Jacken und kalte Finger getrennt.

Auch wenn ich im Winter geboren bin: Diese Jahreszeit fühlt sich für mich mehr nach Durchhalten als nach Genießen an. Ich friere schnell, die frühe Dunkelheit macht mich müde und raubt mir Konzentration. Und auch meiner Haut bekommt die kalte, trockene Winterluft nicht besonders gut. Ich sage nur: Neurodermitis.

Alles fühlt sich langsamer und schwerer an. Selbst spontane Autofahrten werden zur Planungssache, weil man ständig das Wetter im Blick behalten muss. Sind die Straßen frei? Reicht die geplante Fahrtzeit? Ist es sicher zu fahren?

Natürlich hat der Winter auch schöne Seiten. Ich liebe den Anblick von schneeweißen Landschaften, glitzernden Eiszapfen und verschneiten Bäumen. Aber ehrlich gesagt: am liebsten vom Fenster aus. Warm eingepackt, mit Abstand, ohne selbst Teil davon zu sein.

Während andere den Winter kaum erwarten, zähle ich die Tage, bis er vorbei ist. Bis die Straßen wieder frei sind, die Abende länger werden und man das Haus verlassen kann, ohne vorher das Auto kontrollieren zu müssen – ohne Eiskratzen, ohne Schneeschaufeln, ohne kalte Hände schon vor der ersten Fahrt.

Der Winter und ich – wir werden wohl keine Freunde mehr. Während es draußen immer wieder schneit, warte ich auf den Frühling. Vom Fenster aus, mit meinem warmen Kaffee in der Hand.

Deutschland und die Welt12.02.2026
Oberpfalz29.01.2026
Hintergrund:

OTon

Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.

 
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