08.03.2021 - 17:46 Uhr
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Selbsttests aus dem Supermarkt - So funktionieren sie

Seit Samstag sind die Corona-Selbsttests im Supermarkt erhältlich. Lassen sich die Test wirklich von jedem Laien anwenden? Oberpfalz-Medien macht den Selbsttest.

So funktioniert der Corona-Selbsttest. Auszubildende Nathalie Frouz unterstützte mich bei dem Test.
von Mareike Schwab Kontakt Profil

Bereits vor Ladenöffnung steht am Samstagmorgen eine lange Schlange vor der Aldi-Filiale. Corona-Selbsttest sind offensichtlich heiß begehrt. Es gilt: Pro Kunde eine Packung. Diese enthält fünf Tests für 24,99 Euro. Ein Test also für fünf Euro – nicht gerade billig. Das frühe Aufstehen hat sich für mich aber gelohnt. Um 8.10 Uhr gibt es noch eine Packung und meinem ersten Corona-Selbsttest steht nichts im Wege. Dachte ich.

Was ist bei den Laien-Selbsttest zu beachten?

Bei dem „SARS-CoV-2 Rapid Test“ der Firma „Aesku“ werden die Proben durch einen Abstrich im vorderen Nasenbereich entnommen. Im Volksmund heißen sie deshalb auch „Popeltest“. Obwohl auf der Verpackung eine einfache Handhabung versprochen wird, gibt es dennoch einige Dinge zu beachten, damit das Ergebnis am Schluss auch zuverlässig ist – erklärt Dr. Thomas Holtmeier, Leiter des Gesundheitsamtes Weiden-Neustadt/WN. Für ein eindeutiges Ergebnis müsse die Test-Anleitung exakt befolgt werden. „Dies gilt vor allem bei der Entnahme der Probe: Wenn beispielsweise ein vorderer Nasenabstrich gefordert ist, dann darf man nicht einfach im Rachen abstreichen,“ warnt der Mediziner.

Deshalb möchte ich zunächst die Anleitung gründlich lesen. Doch das ist schon das erste Problem: Die Packung enthält fünf Teststäbchen, fünf Aluminiumbeutel, fünf Teströhrchen und einen faltbaren Pappaufsteller – aber keine Anleitung. Auch nachdem ich die komplette Packung zerlegt habe, kann ich keine Anleitung finden. Ärgerlich, aber offenbar ein Einzelfall. Ich muss mir also die Erläutern auf der Homepage des Herstellers herunterladen. Dann kann es endlich los gehen. Der ganze Test soll laut Anleitung circa 30 Minuten dauern. Die einzelnen Schritte sind häufig ähnlich zu den Selbsttests von anderen Herstellern. Trotzdem muss laut Holtmeier immer auf die Anleitung geachtet werden, die dem Test beiliegt.

Vorbereitung

Zunächst heißt es, Hände gründlich waschen und die Nase schnäuzen. Dann lege ich mir alle vier benötigten Testkomponenten auf einem sauberen Tisch zurecht. Ein verpacktes Teststäbchen, den vorgestanzten Pappaufsteller, ein Teströhrchen und einen Aluminiumbeutel. Darin befindet sich die Testkassette. Nach dem öffnen des Beutels bleibt nur eine Stunde für die Durchführung. Also fange ich gleich an. Der kleine Pappaufsteller lässt sich nach einigen Versuchen gut zusammen bauen. So kann das bereits mit Flüssigkeit gefüllte Probenröhrchen aufrecht eingesteckt werden und steht für die nächsten Schritte bereit.

So funktioniert der Corona-Selbsttest

Nasen-Abstrich

Die Tupferpackung muss an der vorgesehenen Stelle geöffnet werden. Achtung. Dabei darf die weiche Tupferspitze nicht berührt werden. Am besten den Tupfer am Kunststoff-Ende herausziehen. Anschließend kommt die saugfähige Tupferspitze 2,5 Zentimeter tief in das linke Nasenloch. Die gesamte Tupferspitze muss sich, wie auf der Anleitung abgebildet, im Nasenloch befinden. Das ist zum Glück nicht so unangenehm wie bei einem professionellen PCR-Test, aber es kitzelt etwas. Trotz Anleitung bin ich mir unsicher, ob das Stäbchen auch wirklich weit genug in meiner Nase steckt. Eine kleine Markierung am Tupfer wäre hier eventuell hilfreich. Mit einer Drehbewegung muss dann fünfmal über die Innenseiten des Nasenlochs gestrichen werden. Das Ganze im rechten Nasenloch wiederholen.

Probenaufbereitung

Danach kommt der Tupfer in das vorbereitete Probenröhrchen und soll laut Anleitung 15 bis 30 Sekunden im Röhrchen gedreht, sowie auf und ab bewegt werden. Anschließend das Stäbchen entfernen, dabei gut auspressen. Die Außenseite des Probenröhrchens lässt sich dafür ganz einfach zusammendrücken.

Im nächsten Schritt wird das Röhrchen fest mit der Kappe verschlossen. Drei Tropfen der Probe müssen dann in die runde Vertiefung „S“ der Testkassette geträufelt werden. Dafür wieder leicht das Röhrchen drücken. Und dann heißt es erstmal warten: Nach 15 Minuten kann ich das Ergebnis ablesen. Dabei soll, laut Anleitung, genau die Zeitangaben beachtet werden. Bereits nach 20 Minuten kann das Ergebnis verfälscht sein. Ich stelle mir zur Sicherheit einen Wecker.

Ergebnis nach 15 Minuten

Ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest wird auf dem Teststreifen das Ergebnis angezeigt. Es gibt drei mögliche Ergebnisse.

  • Positiv: Zwei rote Streifen bei "C" und "T".
  • Negativ: Ein roter Streifen bei "C".
  • Ungültig: Ein roter Streifen bei "T" oder kein Streifen. Der Test muss mit einem neuen Testkit wiederholt werden.

Bei mir zeigt der Test zum Glück nur einen Strich. Kein Corona. Doch was ist zu tun, wenn das Testergebnis positiv ist?

"Wenn der Laien-Selbsttest positiv ausfällt sollte sich die getestete Person sofort isolieren", erklärt mir der Leiter des Gesundheitsamtes Weiden-Neustadt/WN. Das Ergebnis muss anschließend durch einen PCR-Test bestätigt werden. Der Mediziner rät in diesem Fall Kontakt mit dem behandelnden Arzt aufzunehmen. Außerdem empfiehlt er das Beratungsangebote des Gesundheitsamtes wahrzunehmen.

Wie zuverlässig ist das Testergebnis?

"Das hängt immer davon, ob die Probengewinnung und die weitere Bearbeitung ordnungsgemäß durchgeführt wurde," sagt Dr. Holtmeier. Auch das RKI weist in einem Bericht darauf hin, dass Selbsttest einen gewisses selbstverantwortliches Handeln voraussetzt. Allerdings sei es bei einer korrekten Testdurchführung lediglich weniger wahrscheinlich, dass die Person zum Zeitpunkt der Testung für andere ansteckend ist, sagt Dr. Holtmeier. Denn ein negatives Testergebnis schließe eine COVID-Infektion nicht aus. "Die Aussagekraft eines solchen Testergebnisses ist zeitlich begrenzt," erklärt der Leiter des Gesundheitsamtes. Es sei durchaus möglich, dass eine infizierte Person, die ein negatives Antigentestergebnis erhält, bereits am darauffolgenden Tag ein positives Ergebnis bekommt. Denn die Tests funktionieren besonders gut bei hohen Virenlast. Ist die Virusmenge an der Abstrichstelle inzwischen gestiegen, kann das Ergebnis am nächsten Tag anders ausfallen. Deshalb gilt auch weiterhin: AHA-L-Regeln einhalten und bei verdächtigen Symptomen einen Arzt aufsuchen. "Ein negatives Ergebnis eines Selbsttests berechtigt nicht, eine behördliche angeordnete Quarantäne eigenmächtig zu beenden", sagt Dr. Holtmeier.

Wozu ein negatives Ergebnis eines Selbsttests zukünftig aber berechtigen könnte – Besuche im Restaurant, Kino oder Theater. Dazu hat der Hersteller des Test sich scheinbar auch schon Gedanken gemacht. Denn auf der Packung befindet sich ein QR-Code. Nach dem scannen mit meinem Smartphone kann ich mein negatives Testergebnis an den Hersteller übermitteln und bekomme ein Zertifikat zurück. Dieses könnte ich ausdrucken oder speichern und beispielsweise im Kino vorzeigen. Wenn diese wieder offen haben und falls dort derartige Selbsttest akzeptiert werden.

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