05.08.2021 - 19:02 Uhr
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Weiblich, männlich oder divers

Seit Ende 2018 gibt es die Möglichkeit, das dritte Geschlecht anzunehmen. Allerdings: Es ist kompliziert und nur unter besonderen Voraussetzungen möglich. Es gibt eine Alternative. Aber ist die wirklich fair? Ein Kommentar von Celina Rieß.

Die drei Geschlechter weiblich, männlich und divers in einer Grafik dargestellt.
von Celina Rieß Kontakt Profil
Kommentar

Die Thematik ist komplex, die Bestimmungen hart. Die Eintragung im Geburtsregister mit der dritten Geschlechtsoption „divers“ wird nicht ohne Grund von vielen Seiten kritisiert. Jeder, der sich als divers eintragen lassen möchte, braucht vorher eine ärztliche Bescheinigung über das Vorliegen einer „Variante der Geschlechtsentwicklung“.

Doch was bedeutet das eigentlich? Es geht hierbei nur um körperliche Aspekte, die Psyche wird außen vorgelassen. Nur wer körperlich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden kann, hat die Möglichkeit, sich als „divers“ zu registrieren. Für Personen ohne eine Diagnose gibt es zwar eine Notlösung, allerdings ist diese sehr zeitintensiv und teuer. Über das Transsexuellengesetz können sie mithilfe von zwei unabhängigen Gutachten sowie einer persönlichen Anhörung vor Gericht den Eintrag bekommen.

Zwei Gutachten, weil eins nicht genug ist. Da fragt man sich doch: Wo genau fängt Diskriminierung eigentlich an? Sollte denn nicht eigentlich jeder selbst entscheiden dürfen, wer oder was er ist (oder auch nicht)? Definitiv. Vielleicht ist das auch der Grund an dem eher überschaubaren Interesse der dritten Geschlechtsoption.

Dennoch – es ist ein kleiner Fortschritt in Richtung Gleichberechtigung. Wenigstens ist das auch ein Hoffnungsschimmer für all die, die schon so lange für ihr Recht kämpfen. Weil sie nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen. Denn jeder von uns ist ein Individuum, der einzige Unterschied besteht darin, dass die Gesellschaft gewisse Idealvorstellungen vorgibt. Aber wie langweilig wäre die Welt, wenn alle genau diesen Vorstellungen entsprechen würden?

Bisher haben sich nur wenige für ein diverses Geschlecht entschieden.

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