06.08.2018 - 17:22 Uhr

Ohne Not zerstört Trump in aller Welt Vertrauen

US-Präsident Donald Trump nimmt seit einiger Zeit Iran ins Visier. Sein Vorgehen sorgt nicht nur für Kopfschütteln, sondern zestört sehr viel mehr als nur das Verhältnis zu Iran.

Kommentar von Alexander Pausch
Anfang Mai verkündete US-Präsident Donald Trump den einseitigen Ausstieg seines Landes aus dem Atomabkommen mit Iran. In der Hand hält er die Erklärung  Ting Shen/XinHua Xinhua/dpa
Anfang Mai verkündete US-Präsident Donald Trump den einseitigen Ausstieg seines Landes aus dem Atomabkommen mit Iran. In der Hand hält er die Erklärung

Schon einmal hat eine US-Regierung auf einen Regimewechsel im Mittleren Osten gesetzt. Die Idee: Es sollte ein leuchtendes Beispiel für die Demokratisierung entstehen, das dazu führt, dass weitere Länder zu Demokratien werden. Das hätte zu einer Befriedung der Region führen sollen.

Das Land war Irak, das Konzept hatten Berater für US-Präsident George W. Bush entwickelt. Mit dieser Idee sollte der US-Invasion 2003 im Zweistromland mehr Legitimität verschafft werden. Das ging schief. Es gab einen Dominoeffekt, aber nicht in der gewünschten Weise. Bis heute haben die Iraker weder Freiheit, noch Frieden, noch Gerechtigkeit.

Nun steht US-Präsident Donald Trump nichts ferner, als in aller Welt die Demokratie verbreiten zu wollen. Ihm geht es um sein "Amerika First" und um die Durchsetzung seiner Vorstellungen. Das Wohlergehen der Betroffenen dieser Politik, derzeit der Iraner, oder die berechtigten Einwände amerikanischer Verbündeter spielen in Trumps Kalkül keine Rolle.

Zunächst kündigt er einseitig das Atomabkommen, dann bedroht er Iran und nun wäre er bereit den iranischen Präsidenten zu treffen, um sich ähnlich wie beim Gipfel mit dem nordkoreanischen Führer in Szene zu setzen. Doch mehr, als mit dem bisherigen Atomabkommen, kann der US-Präsident aber so nicht erreichen. Unter der strengen Kontrolle durch die Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ist es Iran nicht möglich Uran für eine Atombombe anzureichern. Und: Die internationale Behörde in Wien hat wieder und wieder bescheinigt, das sich Iran an die Vertragsvorgaben hält.

Eines aber hat Trump aber schon erreicht. Der US-Präsident hat viel Vertrauen zerstört, nicht nur im Iran sondern auch in allen anderen Ländern.

 
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