30.01.2020 - 13:58 Uhr
ParksteinDeutschland & Welt

Oberpfalz-Flair beim Komödienstadel

„Der Beste für die Besten“ ist der Titel des neuen Komödienstadels. Die Realsatire stammt aus der Feder des Volkssängers und Kabarettisten Jürgen Kirner („Couplet-AG“, „Brettl-Spitzen“). Aber auch andere Oberpfälzer mischen mit.

Berthold Kellner (l.), der Autor des Stücks Jürgen Kirner und Schauspieler Philipp W. Wilhelm .
von Holger Stiegler (STG)Profil

Jürgen Kirner wird schon was dabei gedacht haben, als er seine komödiantische Realsatire „Der Beste für die Besten“ nannte. Dabei wird die Lokalopolitik wieder einmal aufs Korn genommen. Ausgestrahlt wird der Komödienstadel am Sonntag, 2. Februar, um 20.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen. Neben dem Ensemble des Tangrintler Volkstheaters aus dem oberpfälzischen Hemau werden unter anderem die bekannten Akteure Marion Schieder und Philipp W. Wilhelm auf der Bühne zu sehen sein. Und auch Berthold Kellner aus Parkstein ist mit dabei.

ONETZ: Herr Kellner, übernehmen die Oberpfälzer jetzt den „Komödienstadel“? Bei „Der Beste für die Besten“ sind nicht nur Sie dabei, sondern noch weitere Parksteiner und auch Marion Schieder. Wie kam es dazu?

Berthold Kellner : Das wäre tatsächlich eine gute Idee. Im Ernst, ich kenne Jürgen Kirner schon seit einigen Jahre eher flüchtig über die Luisenburg und über den BR, damals noch von der "Fahnenweihe", die auch im BR übertragen wurde. Kirner hat mich im Winter 2018 angerufen und mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, bei seiner Politsatire mitzumachen. Er hat damals noch einige Darsteller für kleinere Rollen gesucht und mich gefragt, ob ich nicht ein paar Besetzungsideen hätte.

ONETZ: Und die hatten Sie offensichtlich…

Berthold Kellner : Nachdem ich ja seit vielen Jahren in Parkstein und oberpfalzweit Theater mache, kenne ich natürlich viele Hobbyschauspieler. Und so hab ich ihm ich ein paar echte Parksteiner Talente vorgeschlagen und er hat meine Auswahl für gut befunden. Marion Schieder und ich kennen uns ebenfalls seit vielen Jahren, sie war übrigens schon viele Male meine Buhlschaft im "Bayerischen Jedermann", den wir von Waldsassen über Neusath bis in Hemau und Regensburg gespielt haben. Das hat mich natürlich besonders gefreut, mit Marion zusammen mal wieder auf der Bühne zu stehen.

ONETZ: Angeteasert wird die Sendung mit Schlagworten wie Vetternwirtschaft in der Kommunalpolitik, Selbstverliebtheit, Vorteilsnahme und Größenwahn. Lässt da Regensburg grüßen?

Berthold Kellner : Tja, Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind natürlich rein zufällig. Aber tatsächlich haben wir bei den Proben immer wieder über die Situation in Regensburg diskutiert. Aber Regensburg ist nur ein Beispiel, ich denke diese enge Verquickung von Politik und Wirtschaft ist ein ständiges Thema und der Grat manchmal sehr schmal. Im Stück wird natürlich dem Ganzen die Krone aufgesetzt und wie es sich für eine gute Satire gehört kräftig zugespitzt.

ONETZ: Wann wurde denn das Stück aufgezeichnet und wieviel Probenaufwand steckt darin?

Berthold Kellner : Das Stück wurde zunächst als richtiges Bühnenstück geprobt, da haben die Proben insgesamt rund drei Monate gedauert, häufig an den Wochenenden, weil die Darsteller ja aus allen Himmelsrichtungen anreisen mussten. Inszeniert hat Dieter Woll, der schon viel für Serien wie "Dahoam is Dahoam"gemacht hat. Ende Juni war dann die TV-Aufzeichnung im kleinen Theater in Haar. Zuvor wurde nochmals eine knappe Woche ganztägig mit der Fernsehregisseurin Steffi Kammermeier, bei der ich schon zweimal auf der Luisenburg spielen durfte, geprobt. Wir haben in der Zeit auch gemeinsam in einem Hotel bei München gewohnt und sind da nochmals stärker zusammengewachsen.

ONETZ: So eine Fernsehaufzeichnung unterscheidet sich wahrscheinlich ziemlich von der „normalen“ Aufführung?

Berthold Kellner : Das war dann schon eine große Herausforderung, weil natürlich ganz anders agiert werden muss, alles "kleiner gespielt" werden muss, weil die Kamera jedes Detail einfängt. Aufgezeichnet wurden dann zwei Aufführungen vor Publikum, bei denen exakt darauf geachtet werden musste, das jedes Detail gleich ist, weil aus beiden Aufzeichnungen letztlich der fertige Film geschnitten wurde. Da musste also in beiden Aufführungen jede Haarlocke gleich frisiert sein…

ONETZ: Sie selber spielen den Landtagsabgeordneten Jakob Hirschauer. Zufall oder die logische Folge, weil Sie selbst mal für den Bayerischen Landtag kandidierten?

Berthold Kellner : Jürgen Kirner hat zu mir gesagt: Berthold, ich bräuchte einen richtigen Sozi, der einen hinterfotzigen KSUler (Konservative Soziale Union) spielen kann, traust du dir das zu? Ich versprach, mein Bestes zu geben. Durch meine Landtagskandidatur 2014 hab ich natürlich etwas in die große Politik reingeschmeckt, aber ich hab freilich nur lauter brave, aufopferungsvolle und korrekte Sozis kennengelernt. Wie es da bei den andern zugeht, kann ich leider nicht sagen (lacht)…

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