11.11.2021 - 12:39 Uhr
Deutschland & Welt

Die Podcasts der 90er

In den 90er-Jahren gab es noch keine Podcasts. Damals hörten die Kinder Abenteuergeschichten auf Kassette. Manch ein Erwachsener hört sie auch heute noch. Wiebke Elges erzählt, wann sie die am liebsten hört.

In den 90er Jahren gab es so etwas wie Podcasts noch nicht. Damals hörten die Kinder Abenteuergeschichten noch auf Kassette.
von Wiebke Elges Kontakt Profil

Als Kind kannte es vermutlich fast jeder: das Hörspiel zum Einschlafen. "Bibi Blocksberg", "Benjamin Blümchen" oder "die drei ???" waren abends Pflichtprogramm. Im Erwachsenenalter geraten die alten Helden der Kassetten bei vielen jedoch in Vergessenheit - abgelöst von einem großen Angebot an Podcasts.

Für mich ist das anders. Bereits als Kind sammelte ich mit meinem Bruder sämtliche Folgen von "Bibi Blocksberg" auf Kassette. Für uns die Podcasts der 90er-Jahre. Wenn Karla Kolumna mit ihrem "Hallöööchen" in die Geschichte eingeführt wurde, war ich besonders begeistert. Deshalb verkleidete ich mich auch schon als Kind zu Karneval als rasende Reporterin. Aus Mangel an einem Kassettenrekorder liegen die Hörspiele zwar heute auf dem Dachboden, aber die Kinderabenteuer höre ich trotzdem noch gerne. Einen Kassettenrekorder brauche ich dafür nicht mehr. Genauso wie Podcasts kann ich den Hörspielen mittlerweile auch auf Spotify oder Youtube lauschen. Wenn sich also die Gedanken vor dem Schlafen mal wieder um alle möglichen Themen kreisen, greife ich zu meinem Handy und wähle eines der 139 Abenteuer von "Bibi Blocksberg" aus. Manchmal suche ich auch Folgen aus, die ich noch aus meiner Kindheit kenne. Vor allem dann, wenn zum Beispiel am nächsten Tag ein Vorstellungsgespräch auf mich wartet und ich vor Nervosität bis 2 Uhr nachts nicht schlafen kann. Also höre ich die Folge zum gefühlt 200. Mal und erwecke die Erinnerungen an meine Kindheit wieder zum Leben. Ein warmes Gefühl breitet sich in mir aus und lässt mich nostalgisch werden. Sobald die ruhige Stimme des Erzählers anfängt zu sprechen, kann ich wohlig einschlafen. Das neue Intro überspringe ich allerdings in der Regel. Es ist einfach nicht mehr das Gleiche und zerstört nur die Erinnerungen an meine Kindheit.

Wenn mein Freund da ist, muss auch er mithören. Während ich bereits nach den ersten drei Sätzen einschlafe, helfen ihm die Kinderabenteuer dabei nicht gerade weiter. So muss er also die Geschichten bis zum Ende hören und weitere knappe 45 Minuten wach liegen. Seine Begeisterung für ein Hörspiel zum Einschlafen hält sich dementsprechend in Grenzen. Das Positive für mich: Er kann beim Frühstück die Abenteuer von Bibi und ihren Freunden noch einmal nacherzählen. Dadurch habe ich auch am Morgen noch etwas davon.

Wie Musik einem Morgenmuffel den Tag versüßt

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Hintergrund:

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Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen. Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.

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